32 ders beliebt sind bei den Konsumvereinen die heute zweimal wöchent lich erscheinenden Warenberichte, die über die allgemeine Marktlage, Preislage, den Wasserstand der Flüsse usw. Aufschluß geben. Diese Warenberichte enthalten auch die sog. Vorschlagslisten, wobei es sich um die Angabe der gerade günstig einzukaufenden Artikel handelt, was dem Einkäufer kleiner Vereine gute Dienste leistet. Die Großeinkaufs gesellschaft als Lieferantin unterscheidet sich sehr stark von den anderen Lieferanten der Konsumvereine. Sie ist nur Mittel zum Zweck, nicht auch Selbstzweck. Dieser Gedanke zieht sich durch dieses ganze Kapitel hindurch, weshalb ich an dieser Stelle nicht besonders darauf eingehe. Trotz dieser wesentlichen Erleichterung des konsumgenosseuschaft- lichen Einkaufs muß doch die Wahl des Einkäufers sehr vorsichtig ge- haudhabt werden; denn „die Gefahr der Ueberredung und Beeinflussung des Einkäufers ist nicht gering, und nur charakterfeste, energische und mit Warenkenntnissen versehene Personen sollten zum Einkäufer in den Konsumvereinen bestimmt werden"?) In einer Vorstandswahl durch die Generalversammlung kann es leicht vorkommen, daß sich die Wühler durch das Redetalent eines Kandidaten beeinflussen lassen und weniger auf seine sonstigen Fähigkeiten Rücksicht nehmen. Man ist deshalb in den Konsumvereinen dazu übergegangen, daß der Auf sichtsrat zuerst über die in Frage kommenden Personen berät und dann der Generalversammlung Vorschläge unterbreitet, wodurch der Wahl durch die Generalversammlung die Wahllosigkeit genommen wird. Eine Jnteressierung der konsumgenossenschaftlichen Ein käufer am Umsätze oder am Ueberschuß durch Prämien usw. kennt man nicht, wenigstens ist sie in den meisten deutschen Konsumvereinen unbe kannt. Man würde auch damit die Einkäufer leicht verleiten, weniger auf die Qualität der Bedarfsgüter, als auf ziffernmäßige Billigkeit zu sehen. Im übrigen ist bei den Verwaltuugsbeamten der Konsum genossenschaften von vornherein ein starkes Eigeninteresse vorhanden, wenn es auch ideeller Natur ist. Zu einem Teile entspringt dieses Eigeninteresse der Begeisterung für die kousumgenossenschaftliche Idee, an deren Verwirklichung die Verwaltungsbeamteu als führende Män ner mitarbeiten. Das mag absonderlich klingen in unserem materiali stischen Zeitalter, und doch beruht diese Angabe auf ganz besonderen Beobachtungen. Zum andern Teil ist es der Ehrgeiz jener Beamten, in dem großen Wettbewerb der Konsumgenossenschaften den Rekord s) Rupprecht, a. a. O. S. 53.