35 traten aus dem Verband aus, um die Großeinkaufsgesellschaft nicht als guten Abnehmer und Zahler zu verlieren. Damit war schon etwas erreicht. Die Konsumentenorganisationen taten aber noch mehr. Sie informierten sich, ob die Außenseiter den Bedarf der Konsumvereine u. U. allein decken könnten. Da dies angenommen werden konnte, be stellte man einfach bei diesen Konkurrenzgeschäften. Nun machten aber die Mitglieder der Konsumvereine Schwierigkeiten. Sie verlangten unter allen Umständen die alten Marken, wie Kathreiners Malzkaffee, Thompsons Seifenpnlver usw. und wollten sich im ersten Augenblick nicht davon abbringen lassen. Da beriefen die Vorstände mit den Aufsichtsräten zusammen Generalversammlungen ein, und nun wurden die Unzufriedenen über jenen Streit aufgeklärt niit der Wirkung, daß der Kapitalistenhaß der unteren Klassen diese dazu veranlaßte, sich in Zukunft mit anderer Seife als mit Sunlightsoap zu waschen. Die Kon sumvereine hatten also ihre Forderungen durchgesetzt und kamen in Zukunft ohne Markenartikelverband aus. Das hatte noch eine be sondere Folge. Die Mitglieder des genannten Verbandes sahen all mählich den großen Verlust ein, den sie durch die Aufrechterhaltung ihrer Bestimmungen hatten, und zogen ihre Forderungen zurück. Es war das allerdings zu spät, da die Großeinkaufsgesellschaft bereits anderwärts Beziehungen angeknüpft hatte. Einen ähnlichen Fall hatte der Konsumverein L e i p z i g-P l a g- witz bereits im Jahre 1896. Dieser Verein lehnte die Monopol preise der Firma Kathreiner für die Detailabgabe ab und setzte es durch, daß er zu billigeren als den ursprünglich vorgesehenen Preisen abgeben durfte. Derartige Berichte liegen uns auch aus dem Auslande vor. So siegten die dänischen Konsumvereine über einen Zement ring und bauten eine eigene Zementfabrik. Ferner berichtet man aus Dänemark von einem erfolgreichen Kampf gegen ein Kohlen kartell. Interessant ist auch der Kampf des Basler Konsumver eins und der Anglo Swiß Condensed Milk Comp, in Cham gegen die Schweizer M i l ch b a u e r n. Bei den Vertragsverhandlungen zwischen letzteren und ihren Abnehmern im Frühjahr 1913 kam es zu Schwierigkeiten bezüglich des Preises und der Verkaufsbedingungen für Milch. Unter anderem hatten die organisierten Milchbauern das Verlangen, daß die Konsumvereine nur Milch von den dem Verbände angeschlossenen Produzenten kaufen, dagegen auf die sogenannte „wilde" Milch der Außenseiter verzichten sollten. Ferner wollte sich der Milchproduzentenverband nur zu einer Vertragsdauer von einem