38 Untersuchungen sorgfältig Rücksicht genommen."«) Der Breslauer Konsumverein schreibt hierüber gelegentlich in einem Geschäftsberichte: Auch im Berichtsjahre standen die Vereinswaren bezüglich ihrer Be schaffenheit unter der dauernden Kontrolle des vereidigten, staatlich appro bierten Nahrungsmittel-Chemikers Dr. 36. Sie erstreckte sich nicht nur auf Proben von unseren Lieferanten und auf Waren aus unserem Hauptlager, sondern auch auf die in den Verkaufsstellen befindlichen Vorräte. Die uns von dem Genannten eingereichten Analysen und Begutachtungen leisteten uns beim Einkauf gute Dienste und erhöhten die Gewähr usw. Noch andere Beispiele ließen sich dafür anführen. Besonders interessant in dieser Beziehung sind die Einrichtungen der Großein kaufsgesellschaft in Hamburg, auf die ich noch später zurückkomme?«) Gerade darin, daß Konsumvereine nur einwandfreie Güter ver mitteln wollen, liegt auch ein Grund, daß mittelmäßige Vereine auf die Vermittlung einzelner Artikel verzichten müssen, da sie keinen genügenden Einfluß auf den Produzenten ausüben können. Nicht jeder Verein ist so gestellt, wie der Basler Konsumverein, der z. B. seinen Milchlieferanten in besonderen Reglements Vorschrif ten über Qualität, Behandlung und Transport der Milch, sowie über die Pflege und Fütterung der Kühe usw. gibt.") Die Erwerbsgeschäfte dagegen nehmen nicht immer bei ihren Ein käufen auf tadellose Beschaffenheit der Ware Rücksicht, wenn sie dar aus einen Vorteil ziehen können. Ein heute noch leider allzu häufig angewandtes Konkurrenzmittel ist es gerade, „billig und schlecht"") zu liefern. Daneben besteht allerdings ein anderes Mittel, d. i. auf Grund der besseren Qualität Sieger im Konkurrenzkampf zu bleiben. Die erste Art der Konkurrenzmittel hat aber viel mehr Aussicht auf Erfolg, da die Käufer nicht immer in der Lage sind, über Qualitäts- «) vr. Hugo Kramer, Kleinhandel und Konsumvereine, besonders in Württemberg, S. 85. io) S. Seite 50 f. ") Es dürfte hier nicht uninteressant sein, wie der Milchbezug des Basler Vereins selbst vor sich geht: Die gesamte Milchproduktion einer Milch genossenschaft wird für ein halbes oder ganzes Jahr käuflich übernommen. Die Milchbauern eines Dorfes vereinigen sich zu einer Milchgesellschaft und errichten eine Sammelstelle, wo die Milch gewogen und dann spediert wird. Die Milchbauern sind verpflichtet, ihr gesamtes Milchquantum, abzüglich des Hausbedarfs, an diese Sammelstellen abzuliefern. Die Milch wird per Kilo eingekauft, wobei 1030 Gramm ein Liter sind. Die zu viel gelieferte Milch wird verkäst oder zentrifugiert. Die Käsereien und Milchküchen sind die Re gulierstellen für den Milchbezug. (Nach einem Referat von dem Basler Kon sumgenossenschafter G. Angst auf dem 10. ordentlichen Genossenschaftstag in Dresden 1913.) ") Schär, a. a. O. S, 255 ff.