39 unterschiede zu urteilen. Außerdem sind es heute oft gerade die Käufer, die Schundartikel wünschen. Handel und Industrie kommen darin leider dem Wunsche der Konsumenten nach. Darunter haben die Konsumvereine in ihrem Bestreben, den Mitgliedern nur Quali tätsgüter zu verschaffen, sehr stark zu leiden. Aus der Eigenart der Konsumvereine ergeben sich noch weitere Abweichungen vom Warenverkehr der Erwerbsgeschäfte. Die nahen Beziehungen der Konsumvereine zu den Gewerkschaften einer seits und das Bestreben der Konsumvereine, ihren Abnehmern mög lichst einwandfreie Güter zu beschaffen, andererseits, gab An laß zu folgender Resolution auf dem 7. ordentlichen Genossenschafts tag des „Zentralverbandes deutscher Konsumvereine" 1910 in München: „Hausindustrie und Heimarbeit erweisen sich sowohl in ihrer alten, wie in ihrer neuen Form als eine überaus rückständige Betriebsweise. Ihre Kennzeichen sind: Lange Arbeitsdauer, niedrige Löhne, Ausbeutung der Kinder und ungesunde Arbeits- und Wohnräume, wodurch die Arbeiterklasse wirtschaftlich und gesundheitlich schwer geschädigt wird. Die ungeeigneten Arbeitsstätten und der schlechte Gesundheitszustand der Heimarbeiter machen die Heimarbeit zu einem furchtbaren Herd aller Infektionskrankheiten, wodurch eine hohe Gefahr für alle Konsumenten von Heimarbeitsprodukten sowie für die gesamte, Bevölkerung entsteht." „Soweit die Herstellung der Nahrungs- und Genußmittel durch die Haus industrie in Frage kommt, sind generell die hausindustriellen Produkte von der Bedarfsbefriedigung der organisierten Konsumenten auszuschließen." Die Strafanstaltserzeugnisse betreffend, wurde u. a. folgendes beschlossen: „Die Arbeitskraft der Gefangenen wird meistens zu einem niedrigen Preise an Privatunternehmer verkauft, welche mit Hilfe dieser billigen Arbeits kraft minderwertige und billige Produkte herstellen, durch deren Vertrieb die reelle Warenverteilung, die Konsumenten und die freien Arbeiter gleicher maßen geschädigt werden." „Die Vorstände der Konsumvereine werden ersucht, bei ihren Waren- einkänfeu und Bestellungen keine Artikel zu kaufen, die ganz oder teilweise in Strafanstalten angefertigt sind, und Firmen, die in solchen Anstalten her stellen lassen oder Strafanstaltserzeugnisse in Vertrieb bringen, bei Einkäufen oder Bestellungen nicht mehr zu berücksichtigen." Diese Resolution wie auch die erste werden von den Konsum- Vereinen ziemlich streng beachtet. Nicht weniger findet folgende Re solution gegenüber den Gewerkschaften die Berücksichtigung der Kon sumvereine: „Der Vorstand des Zentralverbandes deutscher Konsumvereine verpflichtet sich, den Konsumvereinen zu empfehlen, daß bei Lieferungsaufträgen sowie bei Vergebung von Arbeiten der Vereine nur solche Firmen Berücksichtigung finden,