56 folgende geographische Bezirkseinteilung unter Berück sichtigung der Transportmöglichkeiten und Frachtsätze getroffen: Lager Hamburg: Nordwestdeutschland. „ Erfurt: Provinz Sachsen, Anhalt und Thüringen. „ Gröba-Riesa: Königreich Sachsen. „ Berlin: Provinz Brandenburg, Schlesien, Posen, Pommern, Ost- und Westpreußen. „ Düsseldorf: Rheinprovinz und westliches Westfalen. „ Mannheim: Hessen, Baden, Rheinpfalz, Elsaß-Lothringen. „ Nürnberg: Bayern, rechts vom Rhein und Württemberg. Im allgemeinen ist diese Einteilung maßgebend. Je nach der Lage des Ortes empfiehlt sich aber bei Waggon- und Schiffsteil ladungen der direkte Bezug vom Zentrallager, um die Extraspesen, die das Zweiglager notwendigerweise verursacht, zu vermeiden. Einzelne Artikel werden überhaupt nur im Zentrallager, nicht auch in den Zweiglagern geführt. Dieser Fall liegt z. B. bei Röst kaffee vor. Das ist bekanntlich ein sehr empfindlicher Artikel. Er darf nicht mit anderen Waren zusammenlagern, da er leicht fremde Ge rüche annimmt. Selbst verschiedene Sorten Kaffee müssen getrennt lagern. Durch langes Lagern verliert der Röstkaffee außerdem sein Aroma. Man läßt deshalb Röstkaffee den Vereinen direkt als Eilgut zugehen. Viele Vereine sind zum Selbströsten übergegangen. Dann stellt sich der Röstkaffee etwas billiger, als wenn er als Eilgut von Hamburg bezogen wird. Für das Selbströsten ist aber ein großer Umsatz die notwendige Voraussetzung. — Vielleicht könnte die Frage dadurch am besten gelöst werden, daß die Zwciglager das Rösten über- nehmen. Die Aufgabe der Zweiglager in Deutschland dürfte überhaupt allmählich erweitert werden. In England sind die Filialen der Wholesale Society ziemlich selbständige Betriebe. Neben der Eigen produktion befassen sie sich auch mit dem Einkauf von Waren. In Deutschland spielt der Einkauf durch Zweiglager kaum eine nennens werte Rolle.^) Gewisse andere Artikel werden nur an einzelnen Zweiglagern und 22 ) Als Beispiele für den Einkauf durch die Zweiglager möge dienen, daß der Mannheimer Lagerverwalter selbständig Getreide und Mühlenprodukte einkauft, weil Mannheim der geeignete Platz für den Einkauf dieser Artikel ist. Auch das Nürnberger Lager wird von Mannheim aus mit Futterartikeln versorgt. Das Düsseldorseir Lager kauft infolge seiner günstigen Lage hol ländische Aepfel selbständig ein, zumal dieser Artikel nur für den Westen Deutschlands in Frage kommt. Auch das Lager der Großeinkaufszentrale des Reichsverbandes in Saarbrücken kauft einige Artikel selbständig ein.