66 sichrer nur nebenamtlich tätig sind, ferner mögen die Reisespesen sie von der Beteiligung an den Einkaufstagen abhalten. Man hat des halb schon aus der Kasse der Einkaufsvereinigung den kleinen Ver einen das Fahrgeld zurückerstattet. Nicht zuletzt wird die Ursache für die geringe Beteiligung darin zn suchen sein, daß die privaten Lieferanten bei kleinen Vereinen leichteres Spiel haben, bei ihnen „hereinzukommen". Tie Vorteile für die kleinen Vereine treten besonders bei größeren Abschlüssen zutage, wenn es gilt, die Konjunkturen auszunutzen. Die Einkäufer kleiner Vereine sind über die Konjunkturschwankungen wenig orientiert. Dagegen besitzen die Einkäufer großer Vereine sehr viel Routine beim Einkauf, und Fehlgriffe sind bei ihnen verhältnis mäßig selten. Wie wir schon früher sagten, fungieren als Ein käufer meist die Geschäftsführer der Konsumvereine; sie zeigen eine große Intelligenz. Gerade auf Grund ihrer Intelligenz sind sie ja zum Leiter eines umfangreichen Geschäftes geworden und nicht auf Grund ihres Kapitalbesitzes. Der große Vorteil der Einkaufs vereinigungen aber ist, daß die Intelligenz jener Leute, ihre große Erfahrung und Geschicklichkeit auch anderen Unternehmungen zugute kommt, was volkswirtschaftlich nicht ohne Bedeutung ist. 28 ) Hier fällt der Vorteil der Konsumvereine gegenüber den Er werbsgeschäften wieder besonders in die Angen. Die Mitteilsamkeit, wie sie im organisierten Konsum herrscht, besteht bei den Erwerbs geschäften nicht. Im Gegenteil, ein großes Detailgeschäft wird die 2a ) Gerade umgekehrt ist es in den Einkaufsvereinigungen der Klein händler. Dort schließt man die Kleinen aus. Die Leitung des Verbandes deutscher kaufmännischer Genossenschaften klagt immer wieder darüber, daß die Einkaufsvereinigungen zu exklusiv sind: „Die Einkaufsbewegung wird ihrer eigentlichen Aufgabe niemals gerecht, wenn sie eine Domäne der oberen Zehntausend im Kolonialwarenhandel bleibt." Damit soll natürlich nicht gesagt sein, daß die Einkaufsvereinigung all jene „höchst überflüssige Exi stenzen aufnehmen soll, die ohne Vorbildung und ohne hinreichendes Kapital ein Geschäft eröffnen in der Hoffnung, nun ein bequemes Dasein führen zu können", sondern diese Worte der Verbandsleitung auf dem 3. Berbandstage in Hamburg sind gegen das exklusive Verhalten der Einkaufsvereinigungen allgemein gerichtet. Der Geschäftsführer einer größeren Einkaufsvereinigung erklärte mir den Grund für diese Exklusivität mit den einfachen Worten: Der Große sagt, ich sehe nicht ein, weshalb ich den Kleinen großziehen soll. Das erklärt auch die Gründung von besonderen Einkaufsvereinigungen der Großdetaillisten, wie jüngst eine in Frankfurt a. M. für die süddeutschen Filialbetriebe unter der Rechtsform der G. m. b. H. entstanden ist. Aber schon dadurch allein, daß bei dem Eintritt in eine Einkaufsgenossenschaft ein Stammanteil, der in der Regel 200—500 M. beträgt, zuweilen aber niedriger oder höher ist, erhoben wird, und ferner durch das Prinzip der Barzahlung, ist es vielen Detaillisten schon unmöglich, beizutreten.