74 Nach den Angaben von August Kasch- Hamburg in der Kon sumgenossenschaftlichen Rundschau?) waren am Schlüsse des Jahres 1912 bereits 253 Vereine zur Eigenproduktion übergegangen. Wenn wir seine Angaben weiter verfolgen, finden wir, daß die Bäckerei der bevorzugte Betriebszweig der Konsumgenossenschaften ist. 200 Vereine hatten eigene Bäckereien. Die Zahl der konsumgenossenschaft lichen Fleischereien und Wurstfabriken war Ende 1912 auf weit über 30 gestiegen. Sehr viele davon sind Schweinemetzgereien. Die beiden größten Konsumvereinsschlächtereien sind die der „Pro duktion" in Hamburg und die des Leipzig-Plagwitzer Vereins. Erstere hatte im Rechnungsjahr 1913 einen Umsatz von über 7,5 Millionen Mark — 31,9 o/o des Gesamtumsatzes der Genossenschaft. Der Um satz des Leipzig-Plagwitzer Vereins betrug im Rechnungsjahr 1912/13 über 4 Millionen Mark. Die Herstellung von Limonaden und Selterswasser usw. wurde von mehr als 30 Vereinen betrieben. Daneben hatten die Vereine eine Reihe von Mühlen und Nudel- fabriken als Nebenbetriebe der Bäckereien. Besonders Schrot mühlen haben an Verbreitung gewonnen. In Süddeutschland hat man die Weinkelterei aufgenommen. Von zwei Vereinen wurde Destillation betrieben. Auch die Sauerkrautfabrikation finden wir vor, u. a. bei den Vereinen Mannheim, Ludwigshafen, Urach i. W. Nach Kasch hatten 5 Vereine begonnen, Milch selbst zu verarbeiten und zu verteilen, 3 betrieben Käsereien, mehrere sächsische Vereine Butterformereien. Einzelne Konsumvereine betrieben „die Fabrikation von Zigarren, Holz-, Kork- und Bürstenwaren, Konfektions-, Schnitt- und Strumpfware n", und einer die Herstellung handgeschmie- deter Nägel. Man könnte hier auch die K a f f e e r ö st e r ei betriebe mancher Konsumvereine anführen, sowie die Bierab- f ü l l e r e i e n. Schließlich wäre noch zu nennen die Schweine- m ä st e r e i der „Eintracht" in Essen, wo jährlich 1500 bis 2000 Schweine gemästet werden. Am weitesten geht in der Eigen produktion der Konsum-, Bau- und Sparverein „Produktion" in Hamburg, der das Rittergut Schwanheide käuflich erworben hat. Die Bewirtschaftung dieses Gutes ist eine weit intensivere als unter den privaten Vorbesitzern. Das geht aus verschiedenen Be merkungen im Rechnungsberichte hervor, die sich auf Bodenmelio rationen, Einführung einer Reihe von neuen Maschinen, Erhöhung der Zahl der vorhandenen Zugpferde um mehr als die Hälfte usw. ) Nr. 24/1913.