» 78 einhaltung der Sonntagsruhe und wegen Uebertretung sonstiger Ar- beiterschutzvorschriften erfolgen. Darüber orientieren am besten die amtlichen Jahresberichte der Gewerberäte, in denen Tausende der artiger Fälle aufgezählt werden. Besonders wird dort auch über die Lehrlingszüchterei, Beschäftigung von Kindern usw. geklagt. Die Löhne in privaten Betrieben sind bedeutend niedriger, als in den Bäckereien der Konsumvereine, zumal die in den Konsumgenossen schaftstarifen angeführten Minimallöhne von vielen Vereinen noch überschritten werden. Der obengenannte Autor meint, daß die Höher- belastung des Lohnkontos der Konsumvereine im Durchschnitt mit 25 Proz. nicht zu niedrig bemessen sei. Ferien werden in den pri vaten Bäckereien überhaupt nicht oder doch nur einige Tage, höchstens eine Woche gewährt. Wo aber in den privaten Bäckereibetrieben annähernd günstige Lohn- und Arbeitsbedingungen wie in den Kon sumvereinen bestehen, handelt es sich um Ausnahmefälle, ebenso wie es ein Ausnahmefall ist, wenn eine Konsumgenossenschaft verhältnis mäßig schlechte Lohn- und Arbeitsbedingungen hat. Es wäre noch die Frage zu beantworten, ob die vom Zentralver band deutscher Konsumvereine abgeschlossenen Tarifverträge auch von den einzelnen Vereinen eingehalten werden. Von den 237 Genossen schaften innerhalb des Zentralverbandes, die im Jahre 1913 Bäckereien betrieben, wurde der Tarif von 203 Vereinen mit 2891 Bäckern an erkannt. Nicht tariftreu waren 31 Vereine mit 70 beschäftigten Per sonen. Die Zahl der tariftreuen Vereine ist im Steigen begriffen?) Wie schon erwähnt, wird die Leistungsfähigkeit der Konsum- Vereine gegenüber den privaten Betrieben durch ihre glänzenden Ar beitsbedingungen wesentlich beeinflußt. Dem Umstande, daß die Kon sumgenossenschaften vorbildlich sein wollen als Arbeitgeber, daß sie es sein müssen, um nicht selbst ihren Daseinszweck zu unter graben, und schließlich noch, daß sie in einem gewissen Abhängig keitsverhältnisse zu den Gewerkschaften stehen, da sie auf deren Mit glieder nicht verzichten können, ist es zuzuschreiben, daß die konsum genossenschaftliche Eigenproduktion nicht schon viel weiter um sich gegriffen hat. Besonders ist es aus diesem Grunde für die Konsum genossenschaften schwierig, da einzudringen, wo die Maschinenarbeit gegenüber der Handarbeit zurücktritt. Beispiele dafür gibt uns das dritte Kapitel über die Verteilung der Bedarfsgüter. Neben den Schwierigkeiten, die durch die ungleich besseren Lohn- und Arbeitsbedingungen der konsumgenossenschaftlichen Arbeiter im ft Jahresbericht des Zentralverbandes deutscher Konsumvereine, S. 602.