80 welche bei den Fleischereien besonders stark in Erscheinung treten. Speziell bei Fleischereien wäre auch darauf hinzuweisen, daß oft das geeignete Arbeitspersonal fehlt. Da die Fleischer meist aus Klein betrieben stammen, müssen sie erst für die Arbeit im Großbetrieb er zogen werden. Auch bezüglich der Leitung — ob kaufmännisch oder fachmännisch vorgebildet — hat man Schwierigkeiten gehabt. Heute ist man wohl allgemein der Ansicht, daß sich eine kaufmännische Ober leitung am besten eignet, schon deshalb, weil die Kalkulation eine so wichtige Rolle in den Fleischereien spielt. Wie weit die konsumgenossenschaftliche Eigenproduktion Aus breitung finden wird, läßt sich heute kaum sagen. In England ist sie schon sehr weit ausgedehnt, und man hat ausgezeichnete Er folge erzielt. In Basel ist ebenfalls die Frage der Eigenproduktion in verschiedenen wichtigen Bedarfsartikeln in hervorragender Weise gelöst. In Deutschland ist es besonders die „Produktion" in Hamburg und der Leipzig-Plagwitzer Verein, die Großartiges auf dem Gebiete geleistet haben. Eine ganze Reihe von weniger großen Vereinen, wie die „Eintracht" in Essen, die „Hoffnung" in Köln u. a., zeigt ebenfalls eine günstige Entwicklung. Wegen einiger anderer Punkte verweise ich auf den nächsten Abschnitt. V. Der Güterbezug von andern Konsumgenossenschaften. In früherer Zeit schon war der Güterbezug eines Konsum- Vereins von einem anderen Verein ziemlich häufig. Er bestand darin, daß kleinere Konsumvereine ihren Bedarf bei größeren Vereinen deck ten. Es zeigte sich jedoch bald, „daß die kleinen Vereine nicht einfach Käufer und Kunden bei den großen Vereinen sein wollten. Es wider strebt dem hier instinktiv das Richtige treffenden genossenschaftlichen Gefühl, das privatwirtschaftliche Handelsverhältnis und die privatwirt schaftliche Profitmacherei in die ihrer Natur nach den Profit aus schließende Konsumgenossenschaftsbewegung hineinzutragen. Die kleinen Vereine verlangen Gleichberechtigung, und die großen Vereine werden es müde, gegen einen bescheidenen Nutzen recht vielen Aerger und Verdruß einzutauschen."*) Es war ferner allgemein die Entwick lung des Konsumgenossenschaftswesens zu einer vollkommeneren Stufe, die mit diesem System aufräumte oder es doch stark einschränkte: 1. Durch Schaffung der Einkaufsvereinigungen und i) Heinrich Kaufmann, Geschichte des konsumgenossenschaftlichen Groß einkaufs in Deutschland. Festschrift. Hamburg 1904. S. 16.