88 nossenschaftskreisen nicht gebräuchlich, doch drückt es genau aus, was heute der „konsumgenossenschaftliche Filialleiter" in Wirklichkeit ist, nicht Halter eines Lagers, sondern Leiter einer Abgabe stelle. In letzter Zeit hat der Ausdruck „Filialleiter" in der konsumgenossenschaftlichen Literatur, sowie bei den Praktikern vielfach Eingang gefunden. Sogar die Zeitschrift der organisierten Lager halter nennt sich „Der Filialleiter". An und für sich läßt sich gegen den Ausdruck nichts einwenden, denn nicht allein in kapitalistischen,, sondern auch in konsumgenossenschaftlichen Betrieben gibt es Zen tralen und Filialen. Um aber den Wesensunterschied zwischen beiden zu zeigen, würde man vielleicht besser Abgabe- oder Ver teil ungs st cllenleiter sagen. In der Praxis würden diese Ausdrücke sicherlich allmählich auf Abgab e- und Berteilungs- l e i t er abgekürzt werden. Was die Leiterinnen von V e rtei ln n g s st e l l e n betrifft, so ist für sie der Ausdruck Lagerhalter bzw. Lagerhalterin nicht so gebräuchlich wie für ihre männlichen Kollegen. In manchen Konsumgenossenschaften spricht man aller dings von Lagerhaltern und Lagerhalterinnen, in anderen aber von Lagerhaltern und Verkaufs- oder Vertriebs st ellenleite- rinnen oder auch von F i l i a l l e i t e r i n n e n. Nur sehr selten wird der Ausdruck Laden Halter und Ladenhalte rinnen gebraucht. Dagegen kommt die Zusammensetzung mit Laden in Ladenmeister vor. Das sind die Leiter der F l e i s ch ab gab e st e l l e n, wo man von dem Ausdruck Lagerhalter abgesehen hat. Aus dem Gesagten geht auch schon zur Genüge hervor, daß von einem „Gewi n n" in der Konsumgenossenschaft keine Rede sein kann. Es ist nur ein ll e b e r s ch u ß, den man erzielt. Würde man die Bedarfsgüter zum Selbstkostenpreise abgeben, so würde ein Plus am Jahresschlüsse ganz wegfallen. Wie wir später sehen werden, sind aber praktische Gründe vorhanden, die Bedarfsgüter über Selbst kostenpreis abzugeben und den Ueberschuß in Form einer Rückver gütung (in manchen Vereinen Rückgewähr, Dividende/) Spargut haben, Rabattguthaben genannt) am Schlüsse des Rechnungsjahres zurückzuzahlen. In der Konsumgenossenschaft kann man also auch nicht von einem Verlust- und Gewinnkvnto, sondern nur von einem Verlust- und Ueberschußkonto sprechen, was in der Praxis auch schon 7 ) Etymologisch läßt sich gegen den Gebrauch dieses Wortes nichts ein wenden. Dividende von „äiviäenäa" gleich „das zu Verteilende" wäre auch für die Rückvergütung der Konsumgenossenschaft richtig. Zur Unterscheidung aber von den kapitalistischen Gewinnanteilen der Aktiengesellschaften wird man besser den Ausdruck vermeiden.