90 das Personal, welches an der ganzen Verteilung vom Zentrallager bis zuni Konsumenten mit tätig ist. Dem Sprachgebrauch in analogen Fällen gemäße") ist es möglich, den Ausdruck Verteilungspersonal nur auf den Hauptakt der Verteilung, d. h. die Tätigkeit innerhalb der Verteilungsstelle zu beziehen. An dieser Gewohnheit haben wir in den folgenden Kapiteln festgehalten. Es würde für die Konsumgenossenschaftsbewegung unbedingt ein Vorteil sein, wenn die konsumgenossenschaftliche Sprache mehr als bis her Anwendung finden würde. Der Außenstehende würde sich unwill kürlich fragen, warum man nicht von „Waren", von „Gewinn", von „kaufen" und „verkaufen" spricht, sondern eine Reihe von andern Aus drücken braucht, die ihm ganz ungeläufig sind. Manchen würde es sicherlich zum Nachdenken anregen, und mancher würde versuchen, eine Erklärung für diese Ausdrücke zu finden, und so auf die Grundidee der konsumgenossenschaftlichen Gütervermittlung stoßen. Es ist wirk lich heute noch so, daß das große Publikum nicht unter scheidet zwischen einem privaten Konsumgeschäft und einer Konsum genossenschaft. Es macht auch vielfach keinen Unterschied zwischen der Rückvergütung einer Genossenschaft und dem Rabatt eines Privatge schäfts. Derartige Fälle wiederholen sich immer wieder. Die konse quent durchgeführte Anwendung der konsumgenossenschaftlichen Sprache würde sicherlich bessernd wirken.") II. Die „Reklame" der Konsumgenossenschaften. Man kann von Reklame im weiteren Sinne und von geschäftlicher Reklame sprechen. Mataja sagt von der geschäftlichen Re- k l a m e, „daß bei ihr nicht die Absicht vorherrscht, im Interesse des Publikums zu wirken, dessen Aufmerksamkeit gewonnen werden soll, sondern im Interesse einer Person oder eines Gegenstandes/") Nun liegt bei den Konsumgenossenschaften die Sache aber doch so, daß es im letzten Grunde der Zweck der konsnmgenossenschaftlichen Reklame ist, im Interesse des Publikums zu wirken. Dennoch möchte ich aber einen Teil der konsumgcnossenschaftlichen Reklame unter die geschäft- 10 ) Z. B. versteht man unter Produzent häufig nur den Urproduzenten, vielleicht auch noch den Fabrikanten, nicht aber den Händler, obwohl er doch auch produziert. u ) Verfasser hat sich bemüht, die vorliegende Arbeit in der Sprache des organisierten Konsums abzufassen. Da es sich dabei um einen ersten Versuch handelt, bittet er, etwaige Härten und Unklarheiten im Ausdruck zu entschuldigen. x ) Mataj a, Die Reklame. Leipzig 1910. S. 20.