146 Personen zusammensetzt. Man kann die Erklärung für diese Ab weichung von der erwerbsmäßigen Warenvermittlung darin suchen, daß die Konsumgenossenschaften infolge ihrer eigenartigen Stellung in bezug auf Arbeitnehmerfragen sich mit der Anstellung von männlichem Hilfspersonal zu große Lasten aufladen würden, mag man dabei nun die Versorgung der Angestellten im vorgerückten Alter oder auch die allgemeinen Arbeitsbedingungen, speziell die Gehaltsfrage im Auge haben. Dadurch könnte die Leistungsfähigkeit des Konsumvereins gegenüber den Erwerbsgeschäften, weil sich letztere jene sozialen Pflich ten nicht im gleichen Maße auferlegen, beeinträchtigt werden. Nur ein geringer Teil des Hilfspersonals ist bei seinem Eintritt kaufmännisch vorgebildet. Nun ist der Konsumverein, von der juristischen Seite abgesehen, ja auch kein Kaufmann, wenigstens soweit die Güterverteilung in Frage kommt. Der Kaufmann hat sich neben der Bedarfsdeckung noch die Weckung latenter Bedürfnisse zu einer wesentlichen Aufgabe gemacht. Wir sahen aber an früherer Stelle, daß die Konsumgenossenschaft nur in ganz besonderen Fällen auf die Weckung latenter Bedürfnisse ausgeht. Im allgemeinen will sie nur den vorhandenen Bedarf befriedigen. Allerdings ähnelt sie darin den Erwerbsgeschäften, daß sie wie diese den vorhandenen Bedarf auf sich zu lenken sucht, um seine Deckung vorzunehmen und die Konsumenten von der Bedarfsdeckung bei der Konkurrenz fern zuhalten bemüht ist. In vielen Erwerbsgeschäften ist es ferner üblich, unschlüssigen Käufern die Ware mehr oder weniger aufzudrängen. Das ist konsumgenossenschaftlich verwerflich. Die Manipulationen der Erwerbsgeschäfte — wir haben schon früher darauf hingewiesen — sind den Konsumvereinen fremd. Aus den Aufgaben der Erwerbsge schäfte und den angewandten Mitteln zu ihrer Ausführung ergeben sich deshalb wesentliche Unterschiede von der konsumgcnossenschaftlichen Gütervermittlung, die auch bei der Ausbildung des Hilfspersonals zum Ausdruck kommen. Wer je in einem Kleinhandelsgeschäft tätig war, weiß, welche Rolle gerade die oben angeführten Momente bei der Ausbildung spielen; die technischen Fertigkeiten treten vielfach dahinter zurück. Da nun die konsumgenossenschaftliche Gütervermittlung, abgesehen von der Technik, die in Erwerbsgeschäft und Konsumgenossenschaft in der Hauptsache gleich ist und sicherlich einen wesentlichen Teil der Ausbildung ausmacht, einen so ganz anderen Charakter trägt als die erwerbsmäßige, spielt auch die eigentlich kaufmännische Ausbildung eine weniger wichtige Rolle für sie als für Erwerbsgeschäfte. An stelle des spezifisch kaufmännischen Geistes tritt