IO Möglichkeit für die Aktiengesellschaften das dauernd verfügbare Kapital zu erhöhen, auch der An teil der Wertpapiere und Beteiligungen am Gesamtvermögen bedeutender ist, als bei den übrigen Unternehmungsformen. Die Aktiengesellschaften der einzelnen Industrien. I. Bergbau-, Hütten* und Salinenwesen. Die Aktiengesellschaften für Bergbau-, Hütten- und Salinenwesen sind in 4 Klassen ein geteilt und zwar in die Gesellschaften für: 1. Erzbergbau und Hüttenbetrieb (außer Eisen), 2. Eisenhüttenbetrieb, 3. Kohlenbergbau, 4. Salz-, Kali- und Petroleumgewinnung. Die „gemischten Werke“, die Hüttenbetrieb und Kohlenbergbau in sich vereinigen, sind für sich besonders zusammengefaßt worden. 1, Erzbergbau und Hüttenbetrieb (außer Eisen). Tabelle 1. Die Anzahl der Gesellschaften beträgt 1901 8 Gesellschaften, von 1904/06 9 Gesellschaften und sinkt dann bis 1910 auf 6 Gesellschaften. Die „A.-G. f. Bergbau, Blei- und Zinkfabrikation zu Stolberg“ ist während der ganzen 10 Jahre in diesen Gesellschaften einbegriffen, da die Förde rung von Kohle auf der eigenen Zeche der Gesellschaft nur vorübergehend und von geringer Be deutung war. Unter ihnen befindet sich kein reines Erzbergwerk, sondern fast alle 1 betreiben Erz bergwerke verbunden mit Verhüttung der Erze; außerdem besitzen 3 der Gesellschaften im Jahre 1910 Metall Walzwerke. Wie das durchschnittliche Aktienkapital zeigt, handelt es sich um recht be deutende Unternehmungen. Das eigene Kapital beträgt im Durchschnitt der 10 Jahre 118,4 % des Aktienkapitals. Die Veränderungen dieses Verhältnisses sind während der 10 Jahre gering. Der Anteil des fremden Ka pitals am investierten Kapital nimmt in dem Zeitraum der Untersuchung sehr stark zu; er wächst um das Vierfache, nämlich von 11 °/ 0 des eigenen Kapitals auf 44,5 °/ 0 im Jahre 1909 und 42,4% im Jahre 1910. Der langfristige Kredit ist an dieser Zunahme bedeutend stärker beteiligt als der kurzfristige; während er 1901 wenig über 2 °/ 0 des eigenen Kapitals beträgt, beläuft er sich 1910 auf 23 °/ 0 . Der Durchschnitt der 10 Jahre ergibt für das fremde Kapital 25,7 °/ 0 des eigenen Kapitals, wovon 11,3 % aus Obligationen und Hypotheken bestehen, die sich auf 13,3 °/ 0 des Aktien kapitals belaufen. Die Zusammensetzung des Vermögens zeigt geringere Schwankungen. Durchschnittlich er hält man als Anteil am produzierenden Vermögen 69,2 °/ 0 für das produzierende Anlagevermögen und 30,8 °/ 0 für das Betriebsvermögen. Vom letzteren bilden die Vorräte mit i6,5°/ 0 mehr als die Hälfte; in den einzelnen Jahren schwankt dieser Anteil der Vorräte aber zwischen 19,7 °/ 0 und 14,0°/ 0 , ohne jedoch den Anteil des Betriebsvermögens stark zu beeinflussen; dagegen zeigen in den Jahren, in denen die Vorräte den größten absoluten Wert erreichen, 1908 und 1909, zugleich die kurzfristigen Schulden ihren absolut höchsten Stand. Der Anteil der Beteiligungen und Wertpapiere am Gesamtvermögen bewegt sich zwischen 6,3 % ur| d 4.5 % j Durchschnitt ist er 5,6 % gegenüber 7,8 °/ 0 . vom Gesamtanlagevermögen. Die Abschreibungen belaufen sich im Durchschnitt jährlich auf 3,8 °/ 0 des Gesamtvermögens. Die Liquidität der Gesellschaften, die im Durchschnitt 2,88 beträgt, schwankt zwischen 1,82 und 4,40, während das Verhältnis des dauernd verfügbaren Kapitals zum Gesamtanlagevermögen eine etwas größere Stetigkeit zeigt. Die größte Abweichung vom Durchschnitt 1,21 findet sich 1901, die durch Aktienkapitalzusammenlegung zweier Gesellschaften wieder beseitigt wird. Das Verhältnis bleibt stets über 1; zur Verwendung als Betriebsvermögen steht im Durchschnitt J / 6 des dauernd verfügbaren Kapitals zur Verfügung. 2. Eisenhüttenbetrieb. Tabelle 2. Die Aktiengesellschaften für Eisenhüttenbetrieb umfassen Unternehmen der verschiedensten Art; neben reinen Hochofenwerken, Stahlwerken und Walzwerken (außer Blech- und Drahtwalzwerken) finden sich Unternehmen, die zwei oder alle drei dieser Betriebsarten in sich vereinigen, zum Teil x) Eine Ausnahme macht nur die „Harkortsche Bergwerke und Chemische Fabriken A.-G.“, deren Gold gewinnung nicht als Verhüttung zu bezeichnen ist. Neben dem Erzbergbau betreibt sie chemische Fabriken.