4 — 25 — Die Zusammensetzung des produzierenden Vermögens bleibt bis zum Jahre 1907 im ganzen konstant; dann zeigt sich eine Zunahme des Betriebsvermögens. Durchschnittlich betragen das produzierende ­ Anlagevermögen 60,5%, das Betriebsvermögen 39,5 °/ 0 des produzierenden Vermögens, einschließlich 16,6 °/ 0 Vorräte. Der Anteil der Wertpapiere und Beteiligungen ist gering; auf sie entfallen nur 2,5 % des Gesamtvermögens. Abgeschrieben werden jährlich durchschnittlich 3,7% des Gesamtveimögens. VII. Chemische Industrie. Tabelle 22. Zu den Aktiengesellschaften dieser Gruppe wurden neben denen der eigentlichen chemischen Industrie die Farbwerke, die Sprengstoff- und Zündwarenfabriken, sowie eine Gesellschaft für Kohlenfabrikation ­ und eine Bleistiftfabrik gezählt. Die Anzahl der Gesellschaften sinkt von 23 im Jahre 1901 auf 22 im Jahre 1902 und steigt bis 1910 auf 40 Gesellschaften. Das eigene Kapital nimmt im Laufe der 10 Jahre im Verhältnis zum Aktienkapital zu, mit Ausnahme des Jahres 1905, in denen das Aktienkapital erheblich steigt; durchschnittlich beträgt es 133,9% des Aktienkapitals. Das fremde Kapital besteht mit Ausnahme des Jahres 1902 zum größeren Teil aus kurzfristigen Schulden; es beläuft sich durchschnittlich auf 46,6 % des eigenen Kapitals, von denen 18,1% auf Anleihen und Hypotheken entfallen, deren Höhe nur 24,2°% des Aktienkapitals erreicht. Die Inanspruchnahme fremden Kapitals ist ungleichmäßig; die ersten Jahre zeigen eine allmähliche Abnahme, die letzten 5 Jahre dagegen ein schnelles Steigen; die stärkste Zunahme findet 1909 statt, hervorgerufen durch Erhöhung der Anleihen. In der Zusammensetzung des produzierenden Vermögens überwiegt das Betriebsvermögen, das durchschnittlich 60,1% des produzierenden Vermögens beträgt, so daß auf das produzierende Anlagevermögen 39,9 % entfallen. Die Vorräte mit 25,9 % des produzierenden Vermögens sind beträchtlich. Im ganzen bleibt die Höhe dieser Anteile konstant; eine Ausnahme im Vergleich mit den folgenden Jahren bildet im Jahre 1901 die Höhe der Vorräte, denen im selben Jahre außergewöhnlich ­ hohe kurzfristige Schulden entsprechen. Im Jahre 1908 kommt die starke Kapitalvermehrung ­ hauptsächlich dem Betriebsvermögen zugute. Der Anteil der Wertpapiere und Beteiligungen wächst in den 10 Jahren von 7,3 auf 14,5 % des Gesamtvermögens; durchschnittlich beträgt er 11,8%. Die Abschreibungen belaufen sich auf 3,9 % des Gesamtvermögens. VIII. Industrie der Öle und Fette. Tabelle 23. Von den Aktiengesellschaften der Industrie der Öle und Fette beschäftigt sich eine, durchlaufend ­ von 1901 bis 1910, mit der Verarbeitung von Wachs, mit Kerzenfabrikation usw., während die beiden übrigen Gesellschaften, sowohl die der Jahre 1901 bis 1905 wie 1908 bis 1910, Ölmühlen und -fabriken betreiben. Das eigene Kapital, durchschnittlich 110,3% des Aktienkapitals, zeigt bei den einzelnen Gesellschaften sehr verschiedene Höhe, wie ein Vergleich der übrigen Jahre mit den Jahren 1906 und 1907 zeigt. Das Wachsen des eigenen Kapitals in den Jahren I9°9 ur, d 19 10 beruht zum großen Teil auf einer Vermehiung der Reserven durch Agiozuwendungen. Das fremde Kapital beläuft sich auf 50,0% des eigenen Kapitals, von denen 10,1% auf langfristige Schulden entfallen, die 11,1 % des Aktienkapitals betragen. In den einzelnen Jahren schwankt die Inanspruchnahme ­ fremden Kapitals erheblich, wobei die kurzfristigen Schulden die langfristigen stets bedeutend überwiegen. Vopr produzierenden Vermögen entfällt der Hauptanteil auf das Betriebsvermögen einschließlich Vorräte, das 69,4 % des produzierenden Vermögens ausmacht, gegenüber 30,6 % produzierendem Anlagevermögen. Die Vorräte sind sehr hoch; mit 31,1% sind sie durchschnittlich höher als das produzierende Anlagevermögen. Ein auffallend niedriges produzierendes Anlagevermögen zeigen die Jahre 1906 und 1907, in denen die der Untersuchung zugrunde liegende Gesellschaft keine Ölmühle betreibt. Der Anteil der Wertpapiere und Beteiligungen am Gesamtvermögen ist mit 1,7 % gering; nur im Jahre 1910 erreichen sie mit 4,8% mehr Bedeutung. Die Abschreibungen sind seht niedrig, sie betragen durchschnittlich 1,7 % des Gesamtvermögens.