— 40 — Der 2. Abschnitt schildert das Verhältnis der Kommunisten zu den Prole tariern. Sie sind keine besondere Partei gegenüber den arÄeren Parteien, ,-die Kommunisten sind praktisch der entschiedenste, immer weiter treibende Teil der Arbeiterparteien aller Länder, sie haben theoretisch vor der übrigen Masse des Proletariats die Einsicht in die Bedingungen, den Gang und die allgemeinen Resultate der proletarischen Bewegung voraus, Die tatsäch lichen Verhältnisse des Klassenkampses schassen selber den Kommunismus, „Ihr entsetzt Euch darüber, daß wir das Privateigentum aufheben wollen. Aber in Euerer bestehenden Gesellschaft ist das Privateigentum für neun Zehntel ihrer Mitglieder aufgehoben, es existiert gerade dadurch, daß es für neun Zehntel nicht existiert. Ihr werft uns also vor, daß wir ein Eigen tum aufheben wollen, welches die Eigentumslosigkeit der ungeheuren Mehr zahl der Gesellschaft als notwendige Bedingung voraussetzt," (S. 400 Der erste Schritt in der Arbeiterrevolution wird die Erhebung des Proletariats zur herrschenden Klasse, die Erkämpfung der Demokratie fein, „Das Proletariat wird feine politische Herrschaft dazu benutzen, der Vour- goisie nach und nach alles Kapital zu entreißen, alle Produktionsinstru mente in den Händen des Staates, d, h, des als herrschende Klasse organi sierten Proletariats zu zentralisieren und die Masse der Produktionskräfte möglichst zu vermehren," >(S, 44.) Diese Diktatur des Proletariats ist aber — und das kann unseren, Bolschewisten und Spartakisten nicht angelegent lich genug zugeschrien werden — nur vorübergehend. Denn, „wenn das Proletariat im Kampfe gegen die Bourgoifie sich notwendig zur Klasse vereint, durch eine Revolution sich zur herrschenden Klasse macht und als herrschende Klasse gewaltsam die alten Produktionsverhältnisse aufhebt, so hebt es mit diesen Produktionsverhältnissen die Existenzbedingungen des Klassengegensatzes, die Klassen überhaupt und damit seine eigene Herrschaft als Klasse auf. An die Stelle der alten bürgerlichen Gesellschaft mit ihren Klassen und Klassengegensätzen tritt eine Assoziation, worin die freie Ent wickelung eines jeden die Bedingung für die freie Entwickelung aller ist," (S. 45.) Rach einer Darlegung der sozialistischen und kommunistischen Lite ratur im 3, Abschnitt schließt dann der 4, Abschnitt „Stellung der Kommu nisten zu den verschiedenen oppositionellen Parteien" das ganze welt geschichtliche Dokument mit den berühmten lapidaren Sätzen: „Die Kommu nisten verschmähen es, ihre Ansichten zu verheimlichen. Sie erklären es of fen, daß ihre Zwecke nur erreicht werden können durch den gewaltsamen Umsturz aller bisherigen Gesellschaftsordnung, Mögen die herrschenden Klassen vor einer kommunistischen Revolution zittern. Die Proletarier ha ben nichts in ihr zu verlieren als ihre Ketten, Sie haben eine Welt zu gewinnen, Proletarier aller Länder vereinigt Euch," (S, 86.) Klassenkampf bedeutet also im marxistischen Sinne nicht etwa einen Kampf der Arbeiterschichten um bessere- Löhne und überhaupt um materiell günstigere Daseinsbedingungen, sondern den Kampf für eine völlige Neu ordnung der Gesellschaft, - Und die Behauptung erscheint wohl wahrlich als nicht zu kühn, daß gerade Märx selber über die heutige Ausgestaltung der „Weltrevolutian" des Proletariats, die sich immer mehr und mehr in blinde, unvernünftige