— 43 — stab und Wertmesser zu Grunde lege, sondern „die gesellschaftliche Durch schnittsarbeitskraft". „Gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit ist Arbeits zeit, erheischt, um irgendeinen Gebrauchswert mit dem vorhandenen gesell schaftlich normalen Produktionsbedingungen und dem gesellschaftlichen Durchschnittsgrad von Geschick und Intensität der Arbeit darzustellen . . . Es ist also nur das QuantUm gesellschaftlich notwendiger Arbeit oder die zur Herstellung eines Gebrauchswerts gesellschaftlich notwendige Arbeits zeit, welche seine Wertgröße bestimmt . . . Als Werte sind alle Waren nur bestimmte Maße festgeronnener Arbeitszeit." (Marx a. a. O., S. 6.) Irgendeinen Unterschied zwischen den verschiedenen Arten der Güter und Waren macht Marx hierbei ebensowenig wie bei den verschiedenen Arten menschlicher Arbeit. Die Arbeit des schlichten ungelernten Tagelöhners oder landwirtschaftlichen Arbeiters steht ihm mit den Gemälden eines Rem- brandt oder Rubens oder mit den Ewigkeitsschöpfungen eines genialen Dichters oder Philosophen vollkommen gleich. „Kompliziertere Arbeit gilt nur als potenzierte oder vielmehr multiplizierte einfache Arbeit, so daß ein kleineres QuantUm komplizierter Arbeit gleich einem größeren QUantum einfacher Arbeit . . . Eine Ware mag das Produkt der kompliziertesten Ar beit sein, ihr Wert setzt sie dem Produkt einfacher Arbeit gleich und stellt daher selbst nut ein bestimmtes QUantum Einfacher Arbeit dar." (a. a. O., S. 11.) Das in allen Maren steckende gemeinsame, eben die gesell schaftlich notwendige DUrchschnittsarbeitszeit für ihre Herstellung, ermög licht auch nur ihren Umtausch am freien -Verkehr. In unserer heutigen privatkapitalistischen Wirtschaftsordnung verwan delt sich nun beständi-g Geld in Kapital, in der Weise, daß -zunächst Geld in Ware verwandelt wird und die vom Gelde beschaffte Ware sich wieder in Geld zurückverwandelt. Aber' selbstredend hat diese ganze Operation nur dann Sinn und Verstand -für den Eigentümer des Geldes, wenn das zuletzt erzielte Geld einen Ueberschuß aufweist über das zunächst.von ihm zur An schaffung von Ware verausgabte Geld. Der Zirkulationsprozeß: Geld, Ware, Geld, Laufen um zu verkaufen, muß mit einem Ueberschuß abschließen. „Dieses Inkrement oder den Ueberschuß über den ursprünglichen Wext nenne ich Mehrwert (zurplu8 value) (Marx a. ,a. O. S. 113.) Diese Bewegung verwandelt den Ueberschuß in Kapital. „Die Bewegung des Kapitals ist maßlos." (S. 118.) Diese Grundlage seines Mehrwerts wen det nun Marx auch speziell auf den Arbeitsprozeß, auf den Kauf und Ver kauf der menschlichen Arbeitskraft an. Dabei geht er von der grundlegen den Annahme aus, daß auch diese, die menschliche Arbeitskraft nichts an deres sei als nur eine „eigentümliche Ware", deren Wert gleich dem jeder anderen Ware bestimmt sei „durch die zur Produktion, also auch zur Re produktion 'dieses spezifischen Artikels notwendige Arbeitszeit." (S. 133) Zu seiner Erhaltung bedarf nun das lebendige Individuum einer gewissen Summe von Lebensmitteln. „Der Wert den Arbeitskraft ist also der Wert der zur Erhaltung ihres Besitzers notwendigen Lebensmittel. Der Betrag an Lebensmitteln also, die eine Arbeitskraft für sich selber und seine Kinder täglich gebraucht, würde den Wert einer täglichen Arbeitskraft bedeuten.