mungsrecht des Arbeiters und eine unwürdige Bevor mundung bezeichnete, ist die Zahl der Sparer auf 164, die Sparsumme auf 16107 di zusammengeschmolzen. Diese Agitation war aber wohl in erster Linie gegen die Beteiligung der Arbeitgeber auf diesem Gebiete ge richtet. Im allgemeinen haben sich die Anschauungen ge rade auch in den gewerkschaftlichen Arbeiterkreisen von Grund aus geändert. Das beweist am schlagendsten die Einrichtung der „Volksfürsorge“, die ja Versicherungs und Sparkasse zugleich sein soll. In der Tat kann auch die weittragende wirtschaftliche und soziale Bedeutung des Sparens von keinem Ein sichtigen, auf welcher Seite er politisch auch immer stehen mag, verkannt werden. Die Sicherung gegen die Not- und Wechselfälle des Lebens, die Bewahrung vor dem Herabsinken und dem wirtschaftlichen und moralischen Untergang in schlechten Zeiten, endlich und vor allem auch die Ermöglichung eines allmählichen Aufstieges aus den unteren in gehobenere Schichten, diese in erster Linie wirtschaftlichen Vorteile werden mit Recht nachdrücklich hervor gehoben. Weit wichtiger aber ist die Erziehung des Menschen, die geistig-sittliche Umwandlung, die mit ihm vorgeht in dem Augenblick, in dem er anfängt zu sparen und für seine Zukunft zu sorgen. Wir zählen einen wichtigen Abschnitt in der Kulturentwicklung der Mensch heit von dem Zeitpunkt an, als sie von der Jagd und Fischerei zum Betriebe des Ackerbaues überging, und zwar nicht nur deshalb, weil der ganze Lebenszuschnitt jetzt ein anderer wurde, sondern vor allem auch aus dem Grunde, weil eine tiefgreifende geistige Umwandlung da mit verknüpft war. Die Tatsache, daß der Mensch nicht mehr von der Hand in den Mund lebt, daß er das Er worbene nicht gleich auch wieder verzehrt, daß er vielmehr in die Zukunft schaut, künftigen Bedarf mit berechnet und vorausschauend erwirbt, daß er sich nicht mehr von den Schwankungen der Zeiten so absolut abhängig fühlt, daß er auch an anderes als an die Befriedigung der nächsten Bedürfnisse denken kann, das alles macht ihn zu einem geistig und sittlich ganz anderen Menschen. Eine ähnliche Wandlung aber, wie w T ir sie hier in der Ge samtentwicklung' beobachten, geht auch mit dem einzelnen Menschen vor sich, sobald er nicht mehr in den Tag hinein lebt, erwirbt und verzehrt, sondern für die Zukunft denkt