26 schlossen wird. Bedauerlicherweise wird dieser Zweck — wie auch wir bei unserer Birma erfahren haben — viel fach nicht erreicht, denn der Sparzwang ist nur so lange von Wert, als der Arbeiter bei der Birma verbleibt; tritt er aus, dann hat die Birma nach Lage der heutigen Ver hältnisse keinerlei Mittel an der Hand, die in so schöner Weise durch Abzug vom Lohne angesammelte Summe für die mit der Zwangssparkasse verfolgten Zwecke zurück zuhalten, sie muß vielmehr dem austretenden Arbeiter verabfolgt werden, und tatenlos muß man Zusehen, wie das schöne Geld den Weg alles Irdischen geht und vom Arbeiter oft in leichtfertiger Weise verjubelt wird. Ja, wenn bei allen oder wenigstens der Mehrzahl der gleich artigen Betriebe der Sparzwang für jugendliche Arbeiter eingeführt wäre, dann ließen sich vielleicht auch durch Vereinbarung der betreffenden Birmen untereinander Mittel und Wege finden, die von austretenden Arbeitern angesammelten Gelder vor leichtfertigem Ausgeben zu be wahren. Der von mir geschilderte Mißstand bezieht sich naturgemäß besonders auf Babrikbetriebe, die unter starkem Arbeiterwechsel zu leiden haben. Der leicht fertigen Verwendung der angesammelten Spargelder durch austretende Arbeiter sucht bei der Bergischen Stahl industrie eine Bestimmung der Arbeitsordnung in etwas vorzubeugen, welche lautet: „Auf Verlangen vermittelt die Spareinrichtung sowohl die Überweisung von Spar einlagen Abziehender an eine andere Sparkasse als die Einziehung von Einlagen aus auswärtigen Sparkassen für Zugezogene.“ Da jedoch ein Zwang nicht ausgeübt werden kann, wird sich die Benutzung der in dankenswerter Weise zur Verfügung gestellten Vermittlung sicher nur in engen Grenzen halten- Auf die Bedenken, die gegen den Sparzwang für jugendliche Arbeiter im allgemeinen erhoben worden sind, will ich hier nicht näher eingehen, sondern nur mit Bezug auf die besonderen Verhältnisse meiner Birma bemerken, daß manchem Mißerfolge bei unserer Zwangssparkasse auch eine ganze 'Reihe schöner Erfolge gegenübersteht, die nur für das Weiterbestehen dieser Einrichtung sprechen können. Unsere Zwangs sparkasse zählt zurzeit 486 Sparer, die in jeder vierzehn tägigen Löhnung etwa 800 dl sparen; dieser Betrag ist natürlich je nach Aus- und Eintritt von Arbeitern fort gesetzten Schwankungen unterworfen.