— 27, — Wie bei der Bergisehen Stahlindustrie stellte unsere Arbeitsordnung die Benutzung der Spareinrichtung allen verheirateten und allen Arbeitern über 25 Jahre frei. Während nun die Bergische Stahlindustrie mit dieser Be stimmung, wie aus dem Vorträge des Herrn Geheimrat Böker hervorging, die besten Erfolge erzielt hat, brachte sie uns nur ganz vereinzelt freiwillige Sparer. Die Gründe hierfür werden mannigfacher Art sein. Einmal kann die Bergische Stahlindustrie bei der Art der von ihr her gestellten schweren Artikel -wesentlich höhere Löhne zahlen (soviel mir bekannt, verdienen etwa 50% ihrer Arbeiter über 6 ofl, während es bei meiner Eirma nur etwa 16% sin d), sodann aber wird ein indirekter Sparzwang insofern ausgeübt, als der Bezug von Kohlen, die die Firma zu den Selbstkosten abgibt, und die Gewährung von Vor schuß von dem Vorhandensein eines bestimmten Spar guthabens abhängig gemacht werden. Ein solcher in direkter Sparzwang dürfte durchaus zweckmäßig sein, denn den Arbeitern kann es nur angenehm sein, wenn z - B. die Beträge für Kohlen nach und nach in ganz kleinen Baten angesammelt werden, während es sonst für sie ziemlich drückend wäre, den Betrag auf einmal oder in.zwei Baten zahlen zu müssen. Da es —- wie gesagt — bei unserer Eirma nach Erledigung des Sparzwanges nicht gelang, eine nennenswerte Anzahl freiwilliger Sparer zu bekommen, so wurde im Oktober 1910 zwecks Förderung des freiwilligen Sparens unter der Arbeiterschaft neben der seitherigen Zwangssparkasse eine Spareinrichtung für freiwillige Sparer ins Leben gerufen. Diese Sparein richtung soll den verheirateten und den ledigen Arbeitern Über 25 Jahre Gelegenheit zur sicheren und gutverzins- hchen Anlage von Ersparnissen geben. Dabei ist der Be- fi-ig der Mindesteinlage auf 1 di für die vierzehn tägige Löhnung festgesetzt, so daß es auch den Arbeitern mit Weniger hohem Verdienste möglich ist, sich an der Spar einrichtung Z u beteiligen. Als besondere Vorteile werden geboten: eine Verzinsung der Einlagen mit 6% (1% seitens der städtischen Sparkasse und 2% seitens der Birma) und die Gewährung von Prämien für beharrliches Sparen. Die Arbeiter, die ein Jahr lang ununterbrochen gespart haben, nehmen an der jährlichen Verlosung der Sparprämien im Gesamtbeträge von 500 dl (ein erster Breis von 100 dl, zwei zweite Preise von je 75 dl, drei