39 2. Die Spareinrichtung: der Firma H. Levin in Döttingen. Von Prokurist Behrens, Göttingen. Die ersten Anfänge einer Spareinrichtung meiner Pinna, der Tuch- und Flanellfabriken Hermann Levin, G. m. b. H., in Göttingen, gehen zurück auf das Jahr 1887. In diesem Jahre nämlich hatte aus Anlaß des fünfzigjährigen Geschäftsjubiläums der damalige Chef, Kommerzienrat Hermann Levin, ein Kapital von 10000 <M gestiftet und den Arbeitern im Verhältnisse der Dauer ihrer Dienstjahre auf Sparkassenbücher gutschreiben lassen. Es wurde dabei gleichzeitig den Arbeitern er öffnet, daß sie jederzeit auf diese Bücher im Kontor Ein zahlungen machen können. Von dieser Möglichkeit machten von. den damals beschäftigten 350 Arbeitern an fangs etwa 50 Gebrauch. Die Zahl ging dann zurück auf 30, und schließlich schlief die ganze Sache ein. Woran lag das? Den Leuten war diese Art des Sparens zu unbequem, es war ihnen lästig, bei dem verzweigten Betrieb in das Kontor zu gehen, erst Wege tun zu müssen, um ihr Geld einzahlen zu können. Und denjenigen, die anfangs noch gekommen waren, war es unangenehm, daß sie von anderen Arbeitern gehänselt und ihnen durch diese Schwierigkeiten gemacht wurden. Wir haben die Sache dann in den folgenden Jahren überlegt und kamen im Jahre 1891 mit einer Sparein richtung heraus, nach der wir auch heute noch arbeiten. Die Sparkasseneinrichtung besteht in der Annahme von Spareinlagen für die städtische Sparkasse in Göttingen unter Gewährung eines Zuschusses durch unsere Firma in Höhe von 10 Pf. für jede wöchentliche Einzahlung. Das Buch ist auf den Namen des Arbeiters ausgestellt und wird von uns unter Gewährleistung der Sicherheit im Geldschrank aufbewahrt. Der große Wert der Einrichtung besteht unseres Er achtens nach darin, daß das Sparkassengeld getrennt von der Geschäftskasse verwaltet wird und daß die Einlagen also nicht als Betriebsmittel mitarbeiten, sondern die Sicherheit des kommunalen Instituts genießen. Die zu sparenden Beträge werden am Lohntag ent gegengenommen, und zwar haben wir unter Berücksichti gung der Erfahrungen, die wir bei der erstmaligen Ein