46 der Zeit die beantragte Summe wieder zu ersetzen, so wird sie ihm nur unter der Bedingung ausbezahlt, daß er je nach seiner Leistungsfähigkeit wöchentlich eine besondere Einlage von 0,50 bis 2 dH in die obliga torische Sparkasse leistet. Dieses Verfahren hat sich außerordentlich bewährt; es verhindert leichtsinniges Geld ausgeben, der Sparer verzichtet entweder auf die Aus zahlung oder er füllt sein Guthaben nach so und so langer Zeit wieder auf. Die Erfahrungen, die meine Eirma mit diesem Systeme der Zwangssparkasse gemacht hat, sind im Laufe der vielen Jahre nur die allerbesten gewesen. Das be weist in erster Linie die jährliche Zunahme des Bestandes der Sparkassen. Bei einer augenblicklichen Arbeiterzahl von 476 Köpfen, einschließlich der Invaliden, betrugen die Einlagen in die Sparkassen am 31. Dezember 1912 727600 oH. Von dieser Summe sind rund 100000 oft Guthaben früherer Arbeiter abzurechnen. Die verbleiben den 627 000 dl verteilen sich mit 402000 dl auf die obliga torische, 225000 d'l auf die freie Sparkasse. Das durch schnittliche Guthaben pro Kopf beträgt demnach in der obligatorischen Sparkasse 850 dl, in beiden Kassen zu sammen 1300 di- Wenn man bedenkt, daß die Llälfte der Arbeiterschaft aus Mädchen besteht, die zum größten Teile nach acht- bis zehnjähriger Beschäftigung die Arbeit wegen Heirat verlassen, so darf man diesen Durch schnittssatz als recht hoch bezeichnen. Tatsächlich hat auch ein sehr großer Teil namentlich der männlichen Arbeiterschaft die 2000-oÄ-Grenze erreicht und ist somit des Sparzwanges enthoben. Aber so erzieherisch hat dieser Zwang gewirkt, daß auch nicht ein einziger Arbeiter nicht in der bisherigen Weise weiter spart. Sie zahlen alle ihre wöchentlichen Einlagen in die freie Sparkasse weiter ein und sammeln damit einen zu ihrer freien Ver fügung stehenden Fond an, den sie auch ohne Genehmi gung des Ältestenrats angreifen können. Bis dieses er strebenswerte Ziel erreicht ist, steigt und fällt die Kurve des Guthabens bei den Einzelnen je nach dem Lebensalter. Vom Eintritt in die Fabrik bis zur Militärzeit nimmt das Sparguthaben bei Einlagen von 10% des verdienten Lohnes schnell zu, die Dienstzeit und die Neuausrüstung für den zivilen Beruf erfordert wieder einige Entnahmen, worauf bis zur Verheiratung die Sparbüchse sich zu einer