54 Mitgliedern Umstände ein, die es notwendig erscheinen lassen, daß der Betreffende entweder einen Teil des Gut habens ausgezahlt erhält oder auf eine gewisse Zeit von den Beiträgen befreit wird. Diese Gesuche werden also von dem Sparkassenausschuß erledigt. ISTach Möglich keit wird darauf gesehen, daß das Guthaben erhalten bleibt, und es wird dann versucht, dem Sparer auf andere Weise zu helfen, sei es, daß er einen Vorschuß erhält, der ihm in kleinen Wochenraten abgehalten wird, oder daß er aus dem Unterstützungsfonds der Firma eine Unterstützung erhält. Auf diese Weise wird also erreicht, daß den Sparern über jene Schwierigkeiten hinweggeholfen wird, ohne daß sie ihre Ersparnisse anzugreifen brauchen, und hierin liegt wohl die große Bedeutung der Alters sparkasse. Die Sparer können nicht jederzeit die ge machten Ersparnisse für sich verwenden. Es ist aber Vor sorge getroffen, daß der Einzelne nicht weitersparen muß, wenn er tatsächlich wirtschaftlich nicht dazu in der Lage ist. Wenn die Alterssparkasse, wie sie bei uns besteht, noch anderwärts Eingang finden sollte, so müßte unbedingt in ähnlicher Weise verfahren werden, denn sonst können sich leicht Härten heraussteilen. Ich will noch erwähnen, daß die Farbenfabriken absichtlich eine Kasse gewählt haben, die bei Fällig keit der Leistungen ein Kapital und keine Rente aus zahlt. Denn eine Rentenversorgung haben die Arbeiter der Farbenfabriken bereits einmal durch die staatliche Altersrente, und dann gewährt der Arbeiter-Unterstützungs fonds an ganz und teilweise erwerbsunfähige Arbeiter laufende Renten nach Maßgabe der abgeleisteten Dienst zeit. Ein durch Krankheit erwerbsunfähiger Arbeiter er hält z. B. bei 25 jähriger Dienstzeit als Rente die ganze Differenz zwischen seinem früheren Verdienst als Voll arbeiter und der staatlichen Invalidenrente. Die Arbeiter sind also im Falle der Erwerbsunfähigkeit vor Not ge schützt. Die Alterssparkasse dient daher nicht dem Zwecke der Sicherung des Existenzminimums, sondern der Ver mögensbildung, die Arbeiter in eine gehobene -wirtschaft liche Lage zu bringen. Wer sich 3000 oft gespart hat, kann sich z. B. ein Eigentum erwerben oder seinen Kindern eine besondere Berufsausbildung geben. Die Alterssparkasse soll also den sozialen Aufstieg der Arbeiter schaft fördern.