79 * Die Städtische Sparkasse stellte in diesem Jahre 2500 dt für den Prämienfonds zur Verfügung. Die Prämienverlosung für 1911/12 findet am 17. und 18. Mai, vormittags 9 Uhr be ginnend, im Sparbureau statt. Durch die Spareinrichtung ist den Werksangehörigen Ge legenheit gegeben, die kleinsten Beträge, von 1 dl an, zu 5 Prozent zinsbar anzulegen und sich außerdem Anteile an der alljährlich stattfindenden Prämienverlosung zu sichern. Den Teilnehmern ist es hierdurch ermöglicht, sich auf die be quemste Weise ein Sparguthaben zu schaffen, über das sie jederzeit verfügen können und das ihnen namentlich über die Zeiten hinweghilft, in denen für unvorhergesehene Ausgaben oder für besondere Bedürfnisse Aufwendungen notwendig sind. Von der Einrichtung wird in diesem Sinne vielfach Ge brauch gemacht, namentlich werden Gelder angesammelt für Einkauf von Vorräten für den Wirtschaftsbedarf (Kar toffeln, Kohlen usw.), Zahlung von Schuldenzinsen, Mieten und Steuern, Begründung eines eigenen Hausstandes, Ausstattung und Eortbildung der Kinder, Militär dienstj ahre, Beschaffung von Kleidungsstücken und Hausgerät, Unterstützung bedürftiger Angehöriger, Krankheitsfälle, notwendige Reisen (in die Heimat, bei Sterbefällen usw.). Zweifellos ist es richtiger, wenn irgend möglich, freiwillige Ersparnisse vor Eintritt eines Notfalles zu machen, dazu Zinsen und Prämien zu erhalten, und so seine Unabhängigkeit von fremder Hilfe tunlichst zu wahren, als nachher zur Rück gabe von Beträgen —■ womöglich mit Zinsen — gezwungen zu sein, oder, wie z. B. bei Entnahme von Vorschüssen, sich zu bestimmten Abzügen verpflichten zu müssen. Das Anwachsen regelmäßiger Einlagen bei der Sparein richtung ist aus der Tabelle S. 80 ersichtlich. Wie die Zusammenstellungen S. 78 ergeben, ist die Zahl der Sparer im verflossenen Jahre um weitere 1088 auf zusammen 17 775 mit einem Guthaben von über 6Vs Millionen Mark gestiegen, ein Beweis für die Beliebtheit, deren die Ein richtung in den weitesten Kreisen der Werksangehörigen sich erfreut. — 42,9 Prozent der Arbeiterschaft und 67,7 Prozent der im Monatsgehalte stehenden Beamten sind zurzeit beteiligt. Eine weitere Ausdehnung macht sich durch die täglich ein gehenden Anmeldungen neuer Teilnehmer bemerkbar. Der Beitritt kann jederzeit erfolgen; das jeder Zahldüte auf gedruckte Formular ist nur mit Betrag und Namen auszufüllen Und in einen der an den Werkseingängen befindlichen Brief kästen zu legen. Das Sparbureau erledigt dann alles weitere. Rückzahlungen werden jederzeit geleistet. Das Sparbureau dient den Werksangehörigen auch als Aus kunftsstelle in allen sonstigen Sparangelegenheiten. _ Einlagen Werden auf Antrag an öffentliche Sparkassen vermittelt und Guthaben von dort eingezogen. Für Werksangehörige, die ihrer Militärdienstpflicht genügen müssen und die beabsich-