12

Lebenswillens,  zum  Zünglein  an  der  Wage  der
Entscheidung.
Rein  arithmetisch,  durch  Addition  und  Subtraktion ­
  der  Werte,  die  der  Krieg  vorfindet  und
bewegt,  würde  die  Rechnung  volks-  und  weltwirtschaftlich ­
  niemals  aufgehen,  so  wesentlich
und  wertvoll  auch  eine  genaue  finanzwirtschaftliche
  „Kriegsrechnung"  in  Einnahme  und  Ausgabe ­
  erscheint?)  Sondern  durchaus  ist  die
Produktivität  der  Volkswirtschaft,  die  Vitalität
des  nationalen  Geistes  hüben  und  drüben  zugleich ­
  Kriegsursache,  Kampfmittel  und  Siegespreis. ­
  Ohne  dies  wäre  wirtschaftlich  der  Kriegszustand ­
  ein  Nonsens?)  Der  Siegerstaat  kann
wohl  die  Industrie  des  Nachbarn  totschlagen,
doch  nie  wie  im  Kartell  und  durch  Fusion  sich
angliedern.  Eine  besiegte  Volkswirtschaft  mag

i)  Vgl.  Julius  Wolf,  Die  Kriegsrechnung.  Berlin
1915.  Franz  Eulenburg,  Das  Geld  im  Kriege  und
Deutschlands  finanzielle  Rüstung,  1915.
a )  Von  der  ökonomische»  Sinnlosigkeit  eines  neuzeitlichen ­
  Krieges  geht  auch  Sch  äffles  Studie  „Der
nächste  Krieg  in  Zahlen"  aus,  welche  den  Reigen  der
neueren  deutschen  Literatur  zum  Thema  1887  eröffnet.
Gleich  seinen  meisten  Vorgängern  und  Nachfolgern  auf
kriegswirtschaftlichem  Gebiet  schreibt  Schäffle  unter
dem  unmittelbaren  Eindruck  politischer  Vorgänge,
aus  der  Kriegsgefahr  1886/87  heraus.  Vgl.  die  Literaturübersicht ­
  am  Schluß  dieser  Arbeit.