77

Mochte  Deutschlands  wirtschaftliche  Konkurrenz ­
  zunehmen  oder  nicht,  in  jedem  Fall
blieb  Großbritannien  die  erste  Macht  der  Welt;
wir  hatten  wahrlich  nicht  den  Wunsch,  darin
mit  ihm  zu  wetteifern.  Wissen  wir  doch  während
des  Krieges  kaum,  für  welcher  Art  politische  Notwendigkeit ­
  wir  kämpfen.  England  hingegen
sah  nur  ein  Hemmnis  auf  dem  Weg  zur  vollen
Weltherrschaft;  das  war  ihm  nicht  die  englisch
sprechende  Union,  der  es  politisch  fügsam  blieb,
das  war  allein  das  „stammverwandte"  und  doch
in  jeder  wesentlichen  Hinsicht  ihm  so  fremde
Deutschland.  Dies  „tumbe"  Deutschland,  wenn
es  den  Schlaf  sich  aus  den  Augen  rieb  und
klaren  Blickes  in  die  Welt  sah,  mochte  der  wahren
Kraft  bewußt  werden,  die  seinem  waffenfrohen
Arme  innewohnt.  Oft  und  mit  Recht  hat  man
in  diesen  Tagen  unser  Deutschland  verglichen  mit
dem  Sonnensohne  Sigfrid,  der  seine  Kraft  nicht
kennt,  freilich  sein  Schwert  lieb  hat  und  vom
Fürchten  nichts  weiß.  Mime  aber,  der  ihn
einstmal  zum  Werkzeug  seiner  eigenen  Weltherrschaft ­
  erkor,  fürchtet  den  jungen  Recken  und
plant  ihm  jetzt  Verderben.  Daß  Deutschlands
Schwert  den  Drachen  töten,  den  Anstifter  des
Unheils  treffen  wird,  ist  unser  Glaube.  Möchte
doch  auch  die  „Tumbheit"  endlich  schwinden,
der  deutsche  Sigfrid  durch  das  Blut  des