80

nationales  Wachstum  uns  aufgezwungen  hat,
erstreiten:  Freiheit  von  Großbritannien,  eine
politische  Stellung  neben  ihm,  die  uns  künftighin ­
  erlaubt,  gleich  der  Anion  als  wahre  Großmacht ­
  unser  politisches  Schicksal  in  eigener  Hand
zu  halten.  Hier  ist  der  Schatz  zu  heben,  der  mit
der  Macht  zugleich  den  Frieden  birgt.  Hier  lag
das  treibende  Motiv,  hier  muß  das  Schlußwort
dieses  Krieges  gesprochen  werden.  Wo  und  bei
wem  wir  diese  Garantien  unserer  künftigen
politischen  Autarkie  zu  finden  haben,  ist  nicht
mein  Amt  und  nicht  die  Zeit  zu  untersuchen.
In  diesem  Fall  bleibt  Großbritannien  genug
von  seiner  Macht.  Wir  Deutschen  hätten  den
Sinn  dieses  den  Krieg  beherrschenden  Konflikts
gelöst.  And  einzig  unter  dieser  Voraussetzung
allein  kann  früher  oder  später  eine  Annäherung
der  beiden  Mächte  stattfinden,  die  jeder  gibt
und  jeder  läßt,  was  ihr  gebührt.  *)
*)  Nach  den  Äußerungen  und  Andeutungen  ernsthafter
Gegner  hätte  österreich-Angarn  und  Deutschland  im  März
1915  den  Frieden  etwa  auf  der  Grundlage  bekommen
können:  Austausch  Ostgaliziens  gegen  ein  Stück  Kongreßpolen, ­
  Austausch  Belgiens  gegen  Mittelafrika.  Man  sieht,
vom  Standpunkt  unserer  Gegner  aus  kein  schlechter  Abschluß: ­
  keine  eigenen  Einbußen,  überdies  eine  für  England
sehr  erfreuliche  Schwächung  sämtlicher  Kontinentalnationen! ­
  Demgegenüber  ist  eine  Erörterung  des  deutschen
Kriegsziels  z.  Zt.  mit  vollem  Recht  nicht  freigegeben.