18 geschlossen werden müssten? Die Arbeiter haben jeden Wochentag weniger Arbeitszeit als wir Töchter, und wenn wir am Abend heimkommen, wartet unser gewöhnlich noch Hausarbeit, und so wird es am Samstag gewöhnlich sehr spät, bis man zur Ruhe kommt.“ Eine Verkäuferin in einem Metzgergeschäft gibt folgenden Aufschluss: „Als leidiger Faktor muss ich hinzufügen, dass wir am Samstag bis spät in die Nacht hinein arbeiten müssen. Dem wird kaum ganz abzuhelfen sein, wenn grosser Absatz da ist, denn die Kassaaufnahme und das Putzen brauchen Zeit. Beim Inventar komme ich nie vor 11 Uhr fort. Wir müssen aber dann trotzdem selbst im Winter um 7 Uhr morgens wieder auf dem Posten stehen.“ Ladentochter der Stadt klagt: „Meiner Meinung nach könnte wohl die Arbeitszeit (sie arbeitet IO 3 /* Stunden pro Tag) etwas eingeschränkt werden. Denn bei solch langem Heimweg kommt man nie vor 9 Uhr nach Hause, und seine Kleider in Ordnung halten ist geradezu unmöglich, ausgenommen natürlich am Sonntag“. Was nun die Arbeitszeit im allgemeinen anbelangt, so wurde auf dem Lande mehr geklagt als in der Stadt; so bemerkt u. a. eine Tochter: „Für zwei Franken Taglohn ist denn doch eine Arbeitszeit von zwölf Stunden zu viel.“ Eine andere gibt folgende Schilderung, die sich auch auf weitere Punkte erstreckt, welche wir aber nicht aus dem Zusammenhänge reissen möchten: „In unserem Geschäft ist der Misstand, dass die Arbeitszeit für jedes Einzelne viel zu lang ist, volle 12Stunden bei strenger, aufregender Arbeit. Der Laden schluss findet selten zu rechter Zeit statt. Ist jemand krank, wird jeder, wenn auch nur halbe Tag abgezogen, und bei längerer Unpässlichkeit werden nur drei Tage vergütet. Im Winter haupt sächlich wird es jeden Abend 9 Uhr. Von diesen Ueberzeiten haben wir nie etwas. Das Lokal muss von den Ladentöchtern in Ordnung gehalten werden; es gibt demnach viel zu putzen und braucht viel Kleider. Der Lohn ist für die lange Arbeitszeit viel zu klein, wenn man bedenkt, dass man in der freien Zeit kaum seine Strümpfe flicken kann und somit gezwungen ist, alles auszugeben.“