37 Wollen wir nun alle diese verschiedenartigen Lohnbe dingungen in einer Tabelle vereinigen, so kann dies nur auf Grund von Annahmen geschehen. Der Stücklohn sowie die Prozente müssen mit den leeren Fragebogen ausgeschaltet werden, insgesamt 63. Drei Ladnerinnen gaben 80—90 Fr. Monatslohn an und dazu noch 1 /2—l°/o der Einnahmen. Wir haben diese auf 120 Fr. monatlich angesetzt. Die Taglöhne multiplizierten wir mit 26, um den Monatslohn zu konstruieren; und bei jenen, welche Monatslohn und freie Unterkunft hatten, schätzten wir letztere für das Land mit 50 Fr. und für die Stadt mit 60 Fr. ein. Es ist daher auf alle Fälle zu konstatieren, dass wir diese „Imponderabilien“ sicher hoch eingeschätzt haben, allein wir wollten damit den Vorwurf uns fernhalten, dass wir etwa die Verhältnisse pessimistisch darstellen wollten, soweit der Sub jektivismus bei einer solchen Enquete eine Rolle spielen kann. Wie wir bei der Arbeitszeit die stille Zeit, also die mög lichst günstigsten Zustände, als Basis aufstellten, so haben wir es hier mit den möglichst höchsten Lohnansätzen zu tun. Es mag ferner noch erwähnt werden, dass auch einige Fälle vorliegen, in denen die Mädchen Material zur Arbeit liefern mussten, welche Bedingungen die Lohnhöhe ebenfalls reduzieren würden. Auch dies haben wir ausser Berechnung ge lassen, weil die mathematische Feststellung nur in einem einzigen Falle möglich gewesen wäre. Der Fragebogen enthielt die einfache Frage: „Müssen Sie Material liefern?“ Die Antworten sind nur in 12 Bogen im posi tiven Sinne ausgefallen, worunter die eine oder andere Antwort als ziemlich belanglos gelten dürfte. Wenn eine Ladentochter schrieb: „Bleistifte“, oder eine andere „Die Schere“, so dürfte diese Materiallieferung schwerlich stark ins Gewicht fallen. Da gegen dürften jene zwei Fälle, wo in Metzgereien die Mädchen selber die weissen Schürzen aus eigenem Gelde zu liefern haben, eher gesetzgeberisch von Wert sein. Zwei Damenschneiderinnen bemerken bezüglich Materiallieferung: „Ja, Nadeln“, und endlich 6 Näherinnen und Modistinnen: „Nadeln und Faden.“ Wie wichtig solche Materiallieferungen für den Lohnbetrag sein können, erklärt eine Hutnäherin: „Alle Zahltage im Sommer