i 46 teils die Behandlung, teils aber hygienische Zustände. Dass einige der Arbeiterinnen die vorgedruckten Schlagwörter „drückende Abhängigkeit ■— ungenügende Unterkunft“ unterstrichen haben, erwähnen wir bloss, dagegen gibt es auch Antworten, die ziem lich scharf lauten, wie z. B.: „Wünsche und Beschwerden werden vom Prinzipal abgewiesen mit der Bemerkung: „Wenn es Ihnen nicht passt, so können Sie gehen“. Eine Damenschneiderin in einem Geschäft der Stadt schreibt: „Werde Ende dieses Monats wieder gehen, da ich hier unter einer kolossalen Belästigung von seiten der Kommis und des Prokuristen zu leiden habe. Geht man aber auf diese Liebeleien nicht ein, so hat man natürlich nachher einen recht schweren Stand“. Was die Sorge für Gesundheit anbetrifft, so klagen die meisten Ladentöchter über Mangel an jeder Sitzgelegenheit. Eine Kollegin aus Zürich sagt kurz: „Für gesundheitszuträgliche Laden lokalitäten sollte auch besser gesorgt werden“. Eine andere aus dem Lande beklagt sich über unregelmässige Essenszeit und über das im Winter ungeheizte Lokal. Aus der Stadt bemerkt eine Verkäuferin: „Es dürfte auch etwa eine Gesundheitskommission Nachschau halten, da hin und wieder aus Sparsamkeit die Wasserspühlung in den Aborten der Angestellten abgestellt wird“. Eine Damenschneiderin auf dem Lande klagt über sehr mangelhafte Beleuchtung und eine Näherin aus der Stadt über ganz ungenügende Heizung des Arbeitslokals. Eine Schneiderin, die wahrscheinlich von der Existenz eines Arbeiterinnenschutzgesetzes keine Ahnung hat, schreibt: „Ich finde, dass es sehr am Platze wäre, wenn die Beschaffenheit des Arbeitsraumes untersucht würde, und wenn gesetzlich ge regelt würde, welche Ausdehnung dieser haben soll. Nicht wie bei uns, wo 10 bis 11 Personen in einem kleinen Zimmer arbeiten müssen, in welchem das Mobiliar den grössten Teil in An spruch nimmt“. Damit sind wir am Schlüsse unserer kleinen Arbeit ange langt, im vollen Bewusstsein, dass die Ergebnisse, um der kleinen Zahl willen, nicht überall sich ganz einwandfrei gestalteten, aber auch im Bewusstsein, dass das vorhandene Material bis auf das