Z4 Einleitung: Entwickelung des Verkehrswesens. 11. Lagepla» des Kridgewater-Kanals, drs Monchrstrr-Srrkanals und drr Eisenbahn. Ähnlich lvaren die Verhältnisse in anderen Ländern. In Deutschland war die gewöhnliche Landpost auch noch in der Mitte des 18. Jahrhunderts ein sehr langsames, unbehilfliches Beförderungsmittel. Wer bequem reisen wollte, nahm Extrapost. Kunst straßen waren bis zum Siebenjährigen Kriege nicht vorhanden, erst nach diesem Kriege begann man in Deutschland Chausseen zu bauen. Zu weiten Reisen wurden nicht selten eigene Wagen gekauft und nach deren Beendigung wieder verkauft. Zwischen Orten mit starker Verbindung gingen außer der ordinären Post auch konzessionierte Landkutschen an bestimmten Tagen und vermittelten vorzugsweise den Personenverkehr des Volkes. Von Dresden nach Berlin ging im Jahre 1750 alle 14 Tage, nach Altenburg, Chemnitz, Freiberg, Zwickau einmal wöchentlich eine Kutsche. Die durchschnittlich täglich zurück gelegte Wegeslänge betrug fünf Meilen. Wie Gustav Freytag in seinen „Bildern aus dem Leben des deutschen Volkes" berichtet, fand Klopstock, als er im Juli 1750 mit Gleim in leichtem Wagen, durch vier Pferde gezogen, von Halberstadt nach Magdeburg 6 Meilen in 6 Stunden fuhr, diese Schnelligkeit so außerordentlich, daß er sie mit dem Wettlauf der Olympischen Spiele verglich. Im Jahre 1784 war es, daß die erste mail-coacli (nach Palmers System) zwischen London und Bristol fuhr und eine neue Ära auf dem Gebiete der Verkchrsvermittelung einleitete, nachdem wenige Jahrzehnte früher auf gewerblichem und industriellem Gebiet der im Vorangegangenen erwähnte bedeutungsvolle Umschwung eingetreten war. Dem aufblühenden Handel und der mächtig aufstrebenden Industrie genügten die bisherigen kümmerlichen Transportverhältnisse nicht, Straßen und Kanäle kamen in großer Zahl zur Ausführung. Im besonderen Maße machte sich das Bedürfnis nach einer allen An sprüchen genügenden Verbindung zwischen Liverpool und Manchester geltend. Die Ver weigerung der Frachtermäßigung für die Boote des Herzogs von Bridgewater auf dem einer Gesellschaft unterstehenden Mersey führte zur Schaffung des Bridgewater-Kanals, auf dem am 17. Juli 1761 das erste Kohlenboot nach Manchester fuhr. Dieser Kanal er wies sich für das Verkehrswesen von besonderer Bedeutung. In England, in welchem Lande der Kanalbau in der Folgezeit einen außergewöhnlichen Aufschwung nahm, er folgte der Beginn in einer sehr bescheidenen Weise. Zwar besaß England infolge seines