62 Der Straßenbau. alte französische Bauweise in Betracht, welche in Abb. 28 veranschaulicht ist.MHierbei wurden auf einer Unterlage von großen flachen Steinen kleine zerschlagene Steine und auf diese zerschlagene Kiesel aufgebracht. Die letzte Lage wurde an der Oberfläche ge wölbt, damit das Wasser abfließen konnte. n Die Breite der Fahrbahn betrug etwa 5 in. Ähnlicher Bauart waren die Straßen in Österreich und Preußen. Die aufkommenden „Wegeordnungen, Straßen- und Wegereglcments" beschäftigten sich jedoch in der Haupt sache mit der Breitenbestimmung und mit der Freihaltung der Wege von Bäumen und Gebüsch, sowie mit den Forderungen von Seiten gräben und Durchlässen. Was dem Straßen bau hauptsächlich mangelte, war eine rationelle Her stellungsweise. Neben den französischen Ingenieuren ist in erster Linie dem berühmten englischen In genieur Telford die Lö sung dieserAufgabe zudan ken. Derselbelegte 1200iriu Hauptwege an und baute über 1200 Brücken, von denen viele allerdings un bedeutend sind, unter wel chen sich jedoch auch sehr bedeutende Werke, wie die Menai- und Cornway- brücke befinden. Namentlich für Schottland erwiesen sich die Telfordschen Bauten von weittragendem Einfluß und hatten eine vollständige Veränderung des schotti schen Lebens im Gefolge. Die einzigen wirklichen bis dahin im Lande vorhanden gewesenen Straßen waren in den Jahren 1715 und 1745 von Soldaten her gestellt worden. Dieselben wurden im allgemeinen wenig benutzt, denn die Hochländer waren stolz da rauf, Fischer, Jäger oder 29. Kolysbriickr iiblr die zutmla «m Kchynpatz. Viehdiebe zu fein, und dankten Gott dafür, daß in ihren Adern kein Tropfen von dem Blute der Marschbewohner floß, sie benutzten lieber die alten sogenannten Cattie tracks längs der Berge. In Diese Lebensweise griffen Telsords große Straßenbauten mächtig ein. Bei ihrer Ausführung lernten die Leute arbeiten und gute Werkzeuge gebrauchen, Werkzeuge, von deren Vorhandensein sie bisher keine Ahnung gehabt hatten. Der zuletzt erwähnte günstige Einfluß der Ausführung großer Jngenienrwerke läßt sich in vielen Fällen nachweisen und darf nicht unterschätzt werden. Der englische Straßenbau erfuhr in unserem Jahrhundert durch Mac Adam (1820) eine weitere Förderung. Nach diesem schottischen Ingenieur haben die makadamisierten