Elektrische Motorwagen. 73 vollständig verdrängen. Die Abb.46 bis 49 veranschaulichen einige neuere deutsche Motor wagen. Neben kleinen zweisitzigen Selbstkntschierwagen kommen Omnibusse für dreißig Personen vor. Abb. 46 zeigt einen elektrisch betriebenen Gesellschaftswagen für zwölf Personen, erbaut von der Gesellschaft für Verkehrsunternehmungen (Berlin). Die Gesell schaft hat ein Normaluntergestell konstruiert, auf welches man verschiedene Oberteile ohne weiteres aufsetzen kann, so daß dasselbe Gestell für Postpaket- und Geschäftswagen (Abb. 47), Hotelomnibusse und Kremser benutzt werden kann. Die Akkumulatoren sind im Kutscher bocke untergebracht. Die Ladung erfolgt mittels Steckanschlusses und beweglichen Kabels, d. h. in der Weise wie elektrische Boote und dergleichen geladen werden. Während früher die Steuerung und der Kontroller getrennt angeordnet wurden, wie solches auch Abb. 47 erkennen läßt, sind beide bei den neuesten Wagen vereint. Die Steuerung bewirkt 48. Clrktrisch betricbriirr Postwagen. die Lenkung des Wagens. In den meisten Fällen erfolgt die Lenkung mittels Schwenkachsen der Vorderräder, seltener durch die Ausführung von Drehgestellen. Der Kontroller dient zur Einstellung der gewünschten Geschwindigkeit. Derselbe hat gewöhnlich 6 Stellungen, 4 für Vorwärts-, 1 für Rückwärtsfahrt und 1 für elektrische Kurzschlußbremsung in Not fällen. Die Akkumulatoren besitzen eine Kapazität für eine normale Fahrt von 25 — 30 km. Zum Anhalten sind kräftig wirkende Bremsen, vielfach mechanische Fußbremsen im Gebrauch. Abb. 48 zeigt einen Postwagen der Gesellschaft für Automobil-Wagenbau (Berlin). Der Wagenkasten hat einen Inhalt, der dem der kleinsten Karriolen der Reichspost ent spricht. Das Gefährt wird von einem zweicylindrigen Motor von 5 Pferdestärken getrieben, und zwar ist die Kraftübertragung von der Motorachse auf die Hinterachse des Wagens eine direkte. Sie besteht aus zwei Übersetzungen, die eine ist eine Zahnradübersetzung von 1:10, die andere eine Art Triebstockverzahnung von 1:18. Die letztere Übersetzung wird hauptsächlich dann eingeschaltet, wenn Steigungen zu überwinden sind. Die Einschaltung erfolgt durch Reibungskuppelungen. In recht geschickter, ja vollkommener Weise sind alle Steuernngsorgane an einer Stelle vereinigt. Die Lenkung der Vorderräder erfolgt durch ein Handrad, welches auf IX 10