84 Die Eisenbahnen. V. Australien. Sätiber: j Beiriebsliinge der Eisenbahnen Name Flächengröße Bevölkerungszahl tnsgelamt aus je 100 qkm I 10 000 Etn- ^ 1 wobner Neuseeland 271 000 714 000 3 528 1,3 49,8 Viktoria 229 000 1 175 000 5 035 2,2 43,0 Neu-Südwales 799 000 1 298 000 4 383 0,5 33,9 Süd-Australien 2 841 600 360 000 3 038 O.i 84,3 Queensland 1 731 400 472 000 3 934 0,2 83,7 Tasmanien 67 900 166 000 764 i,i 47,9 West-Australien 2 527 300 138 000 2190 0,0 158,7 Hawai 17 700 109 000 142 0,8 12,9 Zusammen 7 984 900 4 432 000 23 014 0,2 51,9 Man ersieht aus dieser Zusammenstellung, wie ungleich die Eisenbahnen verteilt sind. Nach dem bekannten Ausspruche James Watts, des Erfinders der Dampfmaschine, ist die Straßenkarte eines Landes das Spiegelbild seiner Wohlfahrt. Heute können wir sagen, die Eisenbahnkarte eines Volkes ist das Spiegelbild seiner Wohlfahrt und ein Maß stab nicht nur seines Handels und Gewerbelebens, sondern im allgemeinen auch seines Kultur standes. So steht in obiger Übersicht das industriereiche Belgien mit seinem blühenden Handel und Verkehre obenan. Auf je 100 qkm seiner Fläche weist es 20 km Eisenbahnen auf. Ihm kommt Sachsen mit 18,s km Bahnlänge nahe, während England unter dem Ein flüsse des zurückgebliebenen Irlands es auf 10,s km, Deutschland auf 8,9 km u. s. w. bringt. Im Gegensatze hierzu steht Österreich-Ungarn mit nur 5,o km, Rußland gar mit 0,7 km aus je 100 qkm seiner Bodenausdehnung. Die Länder der anderen Erdteile zeigen sämtlich verhältnismäßig niedrige Werte. Selbst in den Deutschland au Größe vierzehnmal über treffenden Vereinigten Staaten von Amerika finden wir nur 3,8 km. Freilich ist Nord amerika ein kräftig aufstrebendes und noch in der Entwickelung begriffenes Land, dessen gesamte wirtschaftliche Verhältnisse, besonders jetzt nach dem erfolgreichen Kriege mit Spanien, blühenden Aufschwung nehmen werden. In wenigen Jahrzehnten wird jene Zahl von 3,8 km weit überholt sein, während andererseits die bereits hochentwickelten Staaten Europas schon jetzt ein sehr vollkommenes Eisenbahnnetz aufweisen und nur noch verhältnismäßig geringe Längenvermehrung erfahren werden. Ebenso werden zahlreiche andere Länder, die gegenwärtig noch ungenügend erschlossen sind, demnächst eine lebhafte Thätigkeit ans dem Gebiete des Bahnbaues entfalten. Die Zahl der Bahnkilometer, die auf die Flächeneinheit entfallen, liefert nun aber für sich allein noch kein richtiges Bild, es muß auch die Bevölkerungszahl in Betracht gezogen werden. Nach dieser Richtung hin gibt die obige Übersicht und zwar in ihrer letzten Reihe bemerkenswerten Aufschluß. So zeigt Westaustralien 158,7 km Eisenbahnen auf je 10 000 seiner Einwohner, die Vereinigten Staaten von Nordamerika 42,2 km, Deutschland 9,2 km u. s. w. Je dünner das Land bevölkert ist, desto größer erscheint die Eisenbahnlänge, desto mehr also ist im Verhältnisse zur Bevölkeruugszahl die Schienen straße hier schon entwickelt, desto weniger allerdings das Land in seiner wirtschaftlichen Allgemeinheit. Wie schnell das Wachstum der Eisenbahnen in einem Lande letzterer Art in unserer Zeit vor sich gehen kann, zeigt besonders Australien. Während das Bahnnetz Europas in den letzten zweiundzwanzig Jahren — bezogen auf je 10 000 Einwohner — sich nur um 6O°/ 0 vergrößerte, war dies in den australischen Kolonien um 737 °/ 0 der Fall, wie folgende Zusammenstellung besagt. Auf je 10 000 Einwohner entfielen km Eisenbahnen: 1875 1885 1897 Zunahme in seil 1875 Europa . . .4,3 km 5,8 km 6,9 km 60 °/ 0 Australien . . 6,2 „ 29,5 „ 51,9 „ 737 °/ 0 Einen sehr zuverlässigen Maßstab sowohl für die Dichtigkeit des Verkehres und das Blühen der Gewerbe als auch für die Leistungsfähigkeit der Eisenbahnen bietet die Zahl der Betriebsmittel, mit denen die letzteren ausgerüstet sind. Je mehr Handel und Gewerbe