Brücken des Altertums. 381 den Tajo. Die erstere Brücke wurde aus Anlaß der dacischen Kriege im Jahre 104 n. Chr. von dem Baumeister Apollodorus von Damaskus, dem Schöpfer der Trajanssäule und des àura Trajani in Rom, erbaut. Die Brücke besaß eine Spannweite von 36 in, jedoch ist bis heute die Frage unentschieden geblieben, ob der Oberbau aus Holz oder Stein bestand. Nach der auf der Trajanssäule befindlichen Abbildung scheint der Bau ans gewaltigen hölzernen Sprengwerken errichtet gewesen zu sein. Die Brücke von Alcantara ist als eines der imposantesten Werke der Römer zu bezeichnen. Dieses Werk wurde von dem Baumeister Julius Lacer errichtet. Die Höhe der Brücken bahn über der Sohle des Tajo beträgt 54 m. Von den sonstigen überaus zahlreichen Römerbrücken seien noch genannt: Die Brücken über den Teverone, zu Rimini, zu Salamanca, zu Albaregas, in Pergamum, bei Kiakhta. Die mächtigen Überreste dieses letzteren Werkes üben eine besonders imposante Wirkung aus. Sie liegen, wie zahlreiche andere bedeutende Bauwerke früherer Zeiten in einer Gegend, die tief in der Kultur gesunken ist. ggg. Ultr MirstrskrtirLckr in Erirador. Die Römer bauten mit Vorliebe steinerne Brücken und benutzten hierbei vorzugsweise den Halbkreisbogen, bei welchem der Schub, den das Gewölbe auf seine Unterstützung, die sogenannten Widerlager, ausübt, nicht so mächtig ist als bei dem Segmentbogen (Abb. 391 u. 392). Es kam hinzu, daß die Einwölbung bei der ersten Form leichter aus führbar ist. Der Halbkreisbogen hatte jedoch den Nachteil, daß die Brückenfahrbahn nicht selten sehr hoch über dem Wasser lag und mühsam auf einer steil ansteigenden Rampe erstiegen werden mußte. Der Vorzug steinerner Brücken beruht auf ihrer Dauerhaftigkeit und den verhältnismäßig nur niedrigen Unterhaltungskosten, welche sie erfordern. Die Hauptbezeichnungen einer steinernen Brücke sind die folgenden. Den Hauptteil bezeichnet nran mit Gewölbe. Dasselbe besteht gleichsam aus einzelnen Keilen, die sich aneinander t^gen und gegen die Widerlager stützen. Die Widerlager müssen so stark hergestellt werden, daß sie dem Schub, welchen das Gewölbe ausübt und der mit größerer Belastung stärker wird, zu widerstehen vermögen, d. h. weder umgekippt noch fortgeschoben werden. Die Stelle, an welcher das Gewölbe an das Widerlager stößt, nennt man den Kämpfer. Die untere Fläche des Gewölbes heißt Leibung. Um ein Gewölbe herstellen zu können, tst es notwendig, die einzelnen Bogensteiue in ihrer Lage zu unterstützen. Diese Aufgabe tost das Lehrgerüst. Ist der Mörtel, welcher die Steine untereinander verbindet, erhärtet,