398 Brücken und Viadukte. Caissons geschah. Man versteht hierunter eiserne cylinderförmige Behälter, deren Boden offen ist, während sich in der Decke eine Luftschleuse befindet. Der Caisson wird durch das Wasser auf die Sohle hinabgelassen und alsdann Luft in ihn gepreßt, wodurch das in ihm befindliche Wasser herausgedrückt wird und die Arbeiter in seinem Inneren die Erde oder den Fels an der Sohle beseitigen können. Damit die eingepreßte Luft nicht entweichen kann, ist die bereits erwähnte Luftschleuse eingebaut, durch welche sich die Arbeiter ein- und ausschleusen und auch das gewonnene Ausbruchmaterial geschafft wird. Die Eisenteile wurden unmittelbar in den ausgedehnten, an der Brückenbaustelle errichteten Werkstätten bearbeitet. Die Hauptschwierigkeit bot die Herrichtung der Stahl platten zu den Rohrgliedern, aus welchen die Hauptbrückenteile bestehen. Zu diesem 'm M gjji f - ■' W 411. TrilairabriirKr (Krwrrglmlin). Zwecke mußten zunächst die mächtigen Platten in Gasöfen bis Rotglut erhitzt werden, worauf sie mit Pressen, die einen Gesamtdruck bis zu 800 000 kg auszuüben vermochten, gekrümmt wurden. Der Aufbau der Brücke geschah in der Weise, daß zunächst die Pfeiler der Brücke, von welchen einer auf der kleinen Insel Jnch-Garvie zu stehen kam, erbaut wurden, wie dieses Abb. 408 zeigt. Bon diesem Pfeiler aus begann man alsdann nach beiden Seiten die unteren Teile der Hauptträger vorzubauen, die durch die von oben nach unten schräg lausenden Teile (Diagonalen) gehalten wurden. Der obere ausgebaute Trägerteil fand durch die schräg nach dem Fußpunkt der Pfeiler zulaufenden Stützen seinen Halt. Auf diese Weise ist der 210 in auskragende Teil erbaut worden, gewiß ein kühnes und geniales Verfahren. Unsere Tafel gibt ein anschauliches Bild dieses gewaltigen Baues während der Ausführung, ebenso läßt die Abb. 409 die kolossalen Abmessungen dieses Werkes klar in die Erscheinung treten. Der mittlere Brückenteil (106 m) wurde nach Fertigstellung der auskragenden Brückenenden eingebaut. Wie Abb. 408 zeigt, wurden um die einzelnen Konstruktionsglieder Nietkäfige angebracht, die dem fortschreitenden Arbeitsgange entsprechend höher resp. vorgeschoben wurden. In diesen Schutz- und