415 Flußschiffahrt im Altertum. der Donau, wissen wir, daß diese Flüsse schon iin Altertume als Verkehrsvermittler dienten. Die Schiffbarkeit des Tiber war im Altertume eine größere als in der Jetztzeit, doch waren die große Stromgeschwindigkeit und die überaus starken Sandablagerungen bereits in jenem Zeitraume zwei sehr hemmende Umstände. Zu der Schiffahrt gaben namentlich das Vorhandensein der Brüche des Tiburtiner und Gabiner oder roten Steines oberhalb Roms, sowie die Möglichkeit einer Verbindung mit dem Meere den Anstoß. Die Schiffahrt auf dem Strome war und blieb jedoch beschwerlich. Kriegsschiffe wurden durch die Mann schaft, Handelsschiffe durch Ochsen gezogen, und zur Erleichterung wurden frühzeitig auf den Flußufern gepflasterte Ziehpfade hergestellt. Für den Transport sorgte die alte Körperschaft der Codicarii. Bei Nacht ruhte die Schiffahrt, und dieser Umstand hatte zur Folge, daß zahlreiche Schiffe auf dem Strome verankert lagen. Zur Aufrechterhaltung der Ordnung waren besondere Polizeiliche Maßnahmen getroffen, an den Ufern entlang 432. Per Ganges bei Venarrs. standen Wachtposten, deren Unterhaltungskosten die Anlieger tragen mußten. Die be ständige Vorschiebung der Tibermündung und die massenhaften Sandablagerungen daselbst machten den antiken Ingenieuren die Aufrechterhaltung der Schiffahrt außerordentlich schwer, und schließlich erwies sich in diesem Kampfe die Natur mächtiger als der Mensch. Die Rhone diente von sehr frühen Zeiten an Schiffahrtszwecken, auf ihr spielte sich ein guter Teil des Handelsverkehrs nach dem inneren Gallien ab. Bereits die Kaufleute von Tyrus hatten auf diesem Flusse ihre Fahrten gemacht, und seine Schiffbarkeit blieb den griechischen Seefahrern nicht unbekannt. Die Anzahl der Schiffsfahrzeuge der Römer auf dem Rhein und dem Main war nicht gering. Geschützt von einer starken Kriegsflotte dienten Hunderte Schiffe den Handels zwecken. Mit welchen von den Menschen selbst bereiteten Schwierigkeiten die Flußschiffahrt auf dem Rhein im Mittelalter zu kämpfen hatte, ist in der Einleitung eingehend geschildert. Da es in jener Periode in Deutschland gleichsam zum guten Tone gehörte, sich nach Möglichkeit gegenseitige Hemmnisse in den Weg zu legen, so kann es nicht befremden, daß auch auf den anderen deutschen Flüssen, wie Oder und Elbe die Schiffahrt schwer