Leuchttürme. 559 Niedrigwasser sich befand, einem ebenso heftigen Sturm, wie der, der seinem Vorgänger 2 Jahre zuvor den Untergang bereitet hatte, siegreichen Widerstand leisten. Nach einjähriger Bauzeit, in der 1600 odrn Boden aus dem Inneren des Senkkastens gefördert waren, hatte dieser die planmäßige Tiefe von 22 m unter Null erreicht, und es konnte auf dem jetzt für alle Zeiten gegen Unfälle gesicherten Unterbau mit dem Aufbau des ganz aus Eisen be stehenden Turmes fortgefahren werden. Am 23. Oktober 1885 wurde der aus Schweden bezogene Leuchtapparat angezündet. Der Turm hat einen Anstrich in den Farben des Reichs in 4 m hohen Bändern erhalten und ist dank diesem Anstrich und seinem ausladenden Kopfe bei Tage 18 bis 22 km weit sichtbar. In den letzten Jahrzehnten sind zahlreiche Leuchttürme gebaut worden und zwar aus Holz, Stein und Eisen und in neuerer Zeit auch aus Beton. Holz wird der Feuergefährlichkeit halber und auch seiner Vergänglichkeit wegen nur für kleine Leucht feuer, wie Hafenleuchtcn an gewendet und da, wo Eisen und Stein nur mit großen Kosten zu beschaffen sind, oder für Türme, deren Versetzung wegen Änderungen des Fahr wassers nach längerer oder kürzerer Zeit in Aussicht zu nehmen ist. Ein solcher Holz bau ist der 40 na hohe Leucht turm von Pontaillac, welcher in den Jahren 1856/57 ge baut wurde, um in Verbindung mit dem Turm von Terre- Negre den Schiffen die Rich tung nach der Gironde zu weisen. Auf Neuseeland, wo die Erdbeben den Bau mas siver Türme verbieten, sind in den Jahren 1870/79 vier zehn Leuchttürme aus dem dort zu Gebote stehenden vor züglichen australischen Holze gebaut worden. Wo der Bau grund fest ist und Stein materialien und Arbeitskräfte ohne zu große Schwierigkeiten herangeschafft werden können, ist ein steinerner Leuchtturm einem Bau aus Eisen immer vorzuziehen, weil derselbe in gleicher Weise, wie eine Brücke von Stein, dauerhafter und daher auch billiger zu unterhalten ist, als ein Bauwerk von Eisen. Auch die Stand festigkeit eines Turmes den Angriffen des Sturmes und der Wellen gegenüber ist durch die Verwendung von großen, durch ihr Gewicht wirkenden Massen leichter zu erreichen als bei Eisenkonstruktionen, deren Zusammenhalt und Bestand nur in ihren künst lichen Verbindungen, die mit der Zeit gelockert werden können, beruht. Dagegen bieten eiserne Leuchttürme den Vorteil, daß sie in kurzer Zeit und mit wenig Arbeits kräften aufgestellt werden können, wenn sie in ihre Teile zerlegt, zum Aufstellen fertig angeliefert werden. Auch ihr Abbruch und ihre Versetzung ist leicht möglich, wenn eine Unterspülung des Standortes, oder sonstige Gründe die Versetzung nötig oder wünschenswert machen sollten. Am Hafen von Riga steht ein 32,3 in hoher, aus eisernen Platten gebildeter Leuchtturm, bestimmt, im Kriegsfalle abgetragen zu werden, um die feindliche Flotte nicht nur bei Nacht durch Löschen des Feuers, sondern 546. Leuchtbake an der Elbe.