6 3. Das Eigenkapital der Banken. reich in den Jahren 1870 und 1871. Line Ausnahme mögen lang dauernde Kriege, verbunden mit feindlicher Invasion, bedeuten: in den Napoleonkriegen hat die Bank von England jährlich mit Gewinn, die damals allerdings sehr schwache preußische Bank dagegen mit er heblichen Verlusten abgeschlossen. Oie Sicherheit des Geschäftsbetriebs, wird durch die Art der An lagen besser gewährleistet als durch Besitz von-Eigenkapital,- immobile Anlagen werden von den größeren Notenbanken mit Ausnahme der russischen Staatsbank nicht vorgenommen. Nur für eine Investition, die in neuerer Zeit infolge der starken Filialbildung bei den kontinen talen Notenbanken immer stärkere Ausdehnung gewinnt, ist Ligen kapital erforderlich: für die Bankgebäude. Bei der Reichsbank und der Bank von Frankreich beträgt dieses Konto über ein viertel des Aktienkapitals. Für den Geschäftsbetrieb selbst ist Eigenkapital nicht erforderlich: die Bank von England zum Beispiel hat ihr Aktienkapital dem englischen Staat geliehen und hierfür unverkäuflichen Schuldstock erbalten; Noten und Depositen genügen zur Beschaffung der Betriebsmittel vollständig. Es mochte in den ersten Zeiten der Notenbanken ratsam erscheinen, des Vertrauensmoments wegen mit großem Kapital zu beginnen: heute aber, wo die Institute tief eingewurzelt sind, wird die Note der Bank von Frankreich, der Reich-bank, der Gesterreichisch-Ungarischen Bank in blindem vertrauen genommen, ohne daß die Mehrzahl der Inhaber auch nur die höhe des Kapitals der Notenbank kennen. Da nun die Aufgaben des Eigenkapitals bis auf wenige Reste entfallen sind und dieses in seiner bei den großen Zentralbanken sehr beträcht lichen höhe eine genügende Gewähr selbst gegen den Eintritt kata strophaler Verluste bietet, haben die Zentralnotenbanken, von ein zelnen Fusionsfällen abgesehen, ihr Kapital nur ausnahmsweise erhöht. Oie Bank von Frankreich hat heute das gleiche Kapital wie 1857: die Bank von England hat ihr Kapital seit 1816 nicht mehr verändert und unterläßt auch Reserverückstellungen. Das Aktienkapital der Bank von England, das 1722 mit 9 Millionen Pfund eine für jene Lage ungeheure Summe dargestellt hatte und noch 1816 mit 14.553 Millio nen Pfund ungewöhnlich groß erschienen war, ist heute geringer als das allerdings zum Teil nicht eingezahlte Kapital mehrerer großer englischer Depositenbanken. In Deutschland verfügen die Deutsche Bank, viskontogesellschaft und Dresdener Bank, in Frankreich der Credit Lyonnais, die Soci6t6 generale und das Comptoir d’Eacompte über ein größeres Ligenkapital als die Notenbank.