8 3. Das Ligenkapital der Banken. Infolge des Unterlassens von Rapitalerhöhungen baut sich somit: aus einem gleichbleibenden Aktienkapital ein immer größeres Geschäft auf,- bei der Bank von England sind seit ihrer letzten Rapitalerhohung im Jahre 1816 die Verpflichtungen von 38 aus 85.2 Millionen £ (23. Iuli 1914) gestiegen und der Prozentsatz des Ligenkapitals zu den Verpflichtungen ist von 4.8 auf 2% gesunken; bei der Bank von Zrankreich ist die Summe der Verpflichtungen von 1857 bis Mitte 1914 bei gleichem Rapital von 862 auf 7288 Millionen kos. gestiegen,, der Anteil des Ligenkapitals von 21 auf 3.1 % gesunken. Bei der Reichs bank hat sich seit der letzten Rapltalserhöhung von 1904 die Summe der Verpflichtungen von 1823 auf 2835 Millionen Mark (23. Juli 1914)* erhöht, der Anteil des Ligenkapitals sank von 13 aus 8.6%. An Tagen starker Inanspruchnahme und in Rriegszeiten wird das Verhältnis noch ungünstiger. Vurch die Entwicklung eines immer größeren Geschäfts bei stehendem'Aktienkapital ist den Notenbanken ungeachtet der wachsenden Ansprüche der Staaten auch in vepressionsjahren ein starker Nutzen ge sichert und der in vergangenen Jahrzehnten oft und von ernster Seite gegen manche Bank erhobene Vorwurf der Gewinnpolitik zugunsten der Aktionäre und auf Rosten der Volkswirtschaft — der unter anderem auch zur Einführung der Notensteuer in Deutschland und Oesterreich und zur Entziehung des Zinsennutzens über 6% in Zrankreich Ver anlassung gegeben hat—ist in der Gegenwart verstummt. Die Noten banken brauchen nicht Vorbereitungen für Rapitalerhöhungen zu treffen, der Markt ihrer Aktien bewegt sich regulär, da kein neues Material hin zukommt und sie zahlen darum auch nicht wie die Rreditbanken eine gleichmäßige Dividende aus. So ergibt sich die in mancher Hinsicht merk würdige Erscheinung, daß die Dividenden der in mehreren Staaten als- mündelsicher erklärten Notenbankaktien weit stärker schwanken als jene der anderen Bankaktien. 2. Das Eigenkapital der Rreditbanken. Die Aufgaben des Eigenkapitals treten am deutlichsten unter allen Bankgruppen bei den Rreditbanken in Erscheinung. Die höhe des Aktienkapitals bat für die Anziehungskraft auf die Einleger große Bedeutung: der Inhaber einer Note steht mit der Notenbank in keiner Beziehung, er nimmt die Note im vertrauen auf ihren verkehrswert. Die Rreditbanken dagegen stehen mit den Deponenten in direkter Beziehung und viele von diesen achten auf die Bilanz oder zumindest auf die höhe des Aktienkapitals. Auch die Verlustdeckungsausgabe kann bei Rreditbanken in tatsächliche Erschei nung treten, da sich ihre Tätigkeit nicht auf schematische, sichere Ge schäfte beschränkt. Bei den Zusammenbrüchen der Litg of Glasgow