16. Die Stellung der Kreditbanken auf dem Geldmarkt. 51 der Erhöhung der Lankrate wächst, so daß sich mit Steigen des Zinses der Nutzen für die Lank nur soweit vergrößert als eine Maximalver- gütung für die Einlagen bedungen ist,- dagegen kann hoher Zins das Nonsortialgeschäft der Banken unterbinden, und aus diesem Grund sind die deutschen und österreichischen Kreditbanken an einem hochhalten des Diskonts nicht ausschließlich interessiert. Während die englischen Lanken ihren höchsten Gewinn beim höchsten Zinsfuß erreichen, sind für die deutschen Banken zwar die Jahre ansteigenden, aber nicht jene des höchsten Zinses Rekordjahre gewesen, vornehmlich wegen des Stockens des Ronsortial- und des Lffektenkommissionsgeschäfts. Nus diesem Grund haben die Banken des Rontinents und großenteils auch jene der Union bei reger Emissionstätigkeit zeitweise ein Interesse an niedrigem Zins auf dem Geldmarkt, das sie für kurze Zwischenräume auch zur Gewährung namentlich von Effektenkrediten unter der Produktions kostengrenze veranlassen kann. Oer zweite entscheidende Gesichtspunkt für die Dispositionen der Banken auf dem Geldmarkt ist die Rücksicht auf die Liquidität; wie wir im vorhergehenden Paragraph ausgeführt haben, können Ab- hebungen bei einer Bank entweder zur Gutschrift bei einer andern Bank oder zur Erlangung inländischen Währungsgeldes oder auslän discher Zahlungsmittel erfolgen. Oie Abhebung zur Gutschrift bei einer andern Bank (sei es durch Verrechnungsscheck oder direkte Ueberweisung) ist für die Banken die meist erwünschte Form der Abhebung, da die Regelung im Ver rechnungsweg geschehen kann. Zahlreiche Runden der Deutschen Bank werden täglich den Auftrag geben, an ihren Gläubiger, der bei der Dresdner Bank ein Ronto hat, Ueberweisung zu leisten und zahl reiche Runden der Dresdner Lank werden solche Ueberweisungen zu Gunsten von Rontobesitzern bei der Deutschen Bank anordnen. Ein großer Teil von Ueberweisungen gleicht sich aus und nur der Saldo, um welchen die Summe der Ueberweisungen an eine Bank größer ist als jene an die andere ist zu bezahlen. Je stärker der Ueberweisungs- verkehr in einer Volkswirtschaft entwickelt ist, desto mehr Zahlungen können im Abrechnungsverkehr geleistet werden, und die Rreditbanken haben das größte Interesse eine Zahlungsform zu begünstigen, die ihre Zahlungspflicht nur auf die Saldi beschränkt. Oer bankmäßige Zahlungsverkehr hat in Hamburg, Amsterdam und vornehmlich in England eine mehr als hundertjährige Vergangen heit, in den vereinigten Staaten wurde er seit Mitte des 19. Jahr hunderts, auf dem Rontinent in der letzten Generation stärker entwickelt.