54 II. Der Geldmarkt. schaffung des Währungsgeldes — Metall oder Noten — trifft aus schließlich die Zentralnotenbant. Die Kreditbanken müssen darauf ach ten ein genügend starkes Girokonto bei der Notenbank zu halten und einen hinreichenden Besitz an wechseln, der ihnen den Zutritt zur No tenbank sichert. Oer dritte Liquiditätsgrund für die Kreditbanken liegt in der Notwendigkeit zu Zahlungen an das Ausland begründet. Auch im Verkehr der Kreditbanken mit dem Ausland findet Ueberweisung statt: jede größere Bank steht im Ausland, wenn sie dort nicht direkt Filialen unterhält, mit andern Banken („den Korrespondenten") in Verbindung, die ihr in verschiedenen Formen internationalen Ueberweisungsdienst leisten. Oer Kunde einer deutschen Kreditbank, der nach Italien Zahlungen zu leisten hat, kann dies entweder durch Kauf eines Schecks auf den Korrespondenten seiner Bank in Italien oder dadurch be sorgen, daß er seine Bank ersucht, durch ihren Korrespondenten an seinen Gläubiger in Italien den bestimmten Betrag auszuzahlen. Auch der Kreditbrief, den die Bank ihrem Kunden bei Auslandsreisen mitgibt, ist nichts anderes als eine Anweisung zur Auszahlung an den Kunden unter Belastung des Konto, welches die Bank bei ihrem Korrespondenten hat,- der Korrespondent in Italien nimmt bei der Bank in Deutschland die gleichen Dienste in Anspruch. Nur die Saldis werden bar beglichen, soferne nicht die Bank die Schuld an ihren Korre- spondenten mit einem Scheck auf eine Bank in einem andern Land begleichen kann, bei der sie ein Guthaben besitzt, oder mit wechseln auf das Land ihres Korrespondenten, die sie bei Kunden oder auf dem Markt kauft. Die Varbegleichung kann im internationalen verkehr nur in Gold, nicht in Noten bestehen, und das Gold muß regulär bei der Notenbank geholt werden. Auch hier trägt die Notenbank die Sorge für die Begleichung der Saldi im internationalen verkehr, und die Kreditbanken brauchen sich gleichfalls bloß den Zutritt zu ihr freizu halten. wo somit eine Zentralnotenbank vorhanden ist und die Banken es nicht unter ihrer würde halten bei ihr zu rediskontieren, dort wird der Forderung der Liquidität in erster Linie durch starken Wechselbestand und Besitz eines Giroguthabens bei der Notenbank, in zweiter durch kurz fristige Effektenkredite Genüge getan,- wo die großen Banken nicht redis kontieren wie in England, dort werden zur Wahrung der Liquidität vor nehmlich kurzfristige Effektenkredite gegeben und Broker-Wechsel diskon tiert, die im Notfall dem Broker, wenn auch nicht der Bank, den Zu tritt zur Notenbank öffnen; wo keine Zentralbank besteht, wie bisher