17. Die Stellung der Notenbanken auf dem Geldmarkt. 59 reichen. Dieses System funktioniert nach einem schönen vergleich Paul Marburgs so als würde bei jedem Haus ein Zeuereimer hängen,- brennt es irgendwo, dann mutz man erst das Löschmaterial sammeln statt es gleich an einem Punkt zu finden. In den vereinigten Staaten hielten bisher dis Nationalbanken, die Noten ausgeben dürfen, eine ansehnliche chuote ihrer Verbindlichkeiten in Nietall,- das hat aber in Nrisenzeiten eben wegen der fehlenden Zentralisierung nicht ausge reicht. Oie Erfahrungen namentlich in England haben gelehrt, datz nur die Zentralisierung des Nietallbestandes und der Notenemission bei einer Bank die Sicherheit des lvährungsschutzes und ausreichende Stützung des Niarktes in Nrisenzeiten verbürgen kann. Barreserven der Kreditbanken kommen nur als Ergänzung in Betracht. — vom Eigenkapital abgesehen, das für den Geschäftsbetrieb keine grotze Rolle spielt, werden die Betriebsmittel der Notenbanken durch Depositen und Noten gebildet. Die Depositen unterscheiden sich nicht von den Nasseneinlagegeldern bei den andern Nreditbanken. Man kann die Einleger in drei Gruppen teilen: Den Staat, da die Noten bank in manchen Reichen (vornehmlich England, dann Belgien, Italien) den Nassendienst führt oder zumindest (Deutsches Reich, Zrankreich) die Ueberschüsse der Staatskassen verwaltet,- die privaten Einleger, welche sich entweder die Möglichkeit sichern wollen im Bedarfsfall ohne Rreditinanspruchnahme Gold oder Noten zu erlangen — hierher gehören die Kreditbanken, grotze Zinanzbanken, Arbitragefirmen — oder welche am Giroverkehr der Notenbank teilzunehmen wünschen (Banken und grotze Industriefirmen in Deutschland und Frankreich), endlich Personen, welche Wechsel bei der Notenbank diskontiert haben und den Erlös sich gutschreiben lietzen. Die Notenbanken vergüten, obwohl sie dazu berechtigt wären, für Einlagen keine Verzinsung, nur die russische Staatsbank ist von diesem Grundsatz bis in die jüngste Zeit oft abgewichen. Zu wiederholtenmalen, auch in der deutschen Bank enquete, wurde die Anregung gegeben eine Verzinsung der Guthaben einzuführen, um die Mittel der Notenbank zu stärken. Mit Recht haben sich die Notenbanken dagegen gewehrt: Einlagenverzinsung bedeutet für die Bank einen Zwang zu geschäftlicher Tätigkeit, während sie ihrer Verantwortung entsprechend frei disponieren soll, ohne durch irgendwelche Gründe zu Anlagen gezwungen zu werden. Die andere wichtige, für die Zentralbank entscheidende Post der passiven ist die Note: sie ist das einzige allgemein umlaufsfähige bank- liche Zirkulationsmittel. Sie ist ein Zirkulationsmittel, wer eine Einlage bei einer Kredit-