19. Begrenzung der Notenemission der Notenbank. 65 das in seinem Report von 1810 in einer durch Sachkenntnis und Prä zision unerreichten weise die Situation zusammenfaßte. Schon im verhör hatte Baring die Ansicht scharf zurückgewiesen, daß die Rank ihre Notenemission nach dem Bedarf richten solle, da der Bedarf der Spekulation nur durch Beschränkung der Mittel begrenzt werden könne. Oer Report widerlegte die Ansicht der Direktion der Bank von Eng land, daß durch Wechseldiskontierung eine genügende Grenze der No tenemission gegeben sei,- nach dieser Anschauung müßte dieselbe Sicher heit bestehen, wenn die Diskontrate von 5 auf 3% herabgesetzt würde; solange die Rate des kaufmännischen Gewinns bedeutend höher sei als der Diskont, gebe es keine Grenze für die Nachfrage, welche Nauf- leute an die Bank stellen könnten. Die Erfahrungen von 1793 und 1797 hätten gezeigt, daß ein sehr wichtiger Unterschied zwischen dem Be darf nach Gold für die innere Zirkulation, die oft sehr groß und plötz lich ist und durch zeitweises Sinken des Vertrauens hervorgerufen ist, und der Entziehung des Goldes zu machen ist, welches auf ungünstigen Wechselkurs zurückgeht. Der erstere soll durch vernünftige Vermehrung der Noten beruhigt werden, der letztere aber sollte, solange die Bank nicht bar zahlt, die Frage auswerfen, ob die Emission nicht zu hoch ist. Ich lasse hier die chuantitätstheorie, mit der diese Anschauungen begründet wurden, aus der Erörterung fort. Zwei wichtige Forderun gen hat das Bullioueommittee für die Bankpolitik aufgestellt: Die Not wendigkeit einer Unterscheidung zwischen Goldabfluß in den innern Verkehr und Goldabfluß nach außen — und die Berücksichtigung des Standes der Wechselkurse bei Festsetzung des Diskonts. Der Bericht des Lulliouvommlttss wird wie Nlopstock gelobt und nicht gelesen, von einigen chuantitätstheoretikern der Geldlehre ab gesehen. Für die Bankdoktrin und Bankpraxis ist er ein erratischer Block geblieben^ und doch bestand nicht in der Begründung, sondern im Ergebnis seine große Bedeutung. Vorerst nahm sich die Lank von England die Folgerungen des Ausschusses nicht zu herzen; es gelang ihr, ohne Diskontänderung ihren Mstallbestand so zu kräftigen, daß einige Iahre nach Friedensschluß der Zwangskurs und die Ausgabe kleiner Noten ungeachtet des scharfen Einspruchs Ricardos beseitigt werden konnte, von 1773 bis 1822 war ihr Diskont unverändert auf 5% geblieben, ungeachtet des Abfalls der vereinigten Staaten, der französischen Revolution, des fast ununterbrochenen Nriegs mit Na poleon und des zweiten Nriegs mit der Union; heute dünkt uns dies ein Märchen. 1822 setzte die Lank den Diskont auf 4 A herab; sie erhöhte ihn 5 o m o r 's, Bankpolitik. 5