82 II. Der Geldmarkt. hafte Beträge der Bank von England, die den Rassendienst der eng lischen Regierung führt, überwiesen und das bedeutet eine andere und teurere Art der Geldausleihung — teurer deshalb, weil die Bank von England die Erhöhung ihrer Depositen als Steigerung ihrer Ver pflichtungen ansieht. Die andern Notenbanken, von Belgien und den Niederlanden abgesehen, nehmen bei ihrer Diskontpolitik keine Nück- sicht auf die höhe der Depositen, und darum hat aus dem Nontinent die Uebertragung von Einlagen der Kreditbanken an die Notenbank auch nicht die gleiche lvirkung wie in England. Dagegen äußern sich die Termine starker Währungsgeldzahlung auf allen Geldmärkten in derselben Weise. In Zeitpunkten, an welchen starke Zahlungen in Währungsgeld zu leisten sind, müssen die Kreditbanken zur Beschaffung des Geldes die Guthaben bei der Notenbank abheben und Wechsel bei ihr diskon tieren^ dadurch tritt die Notenemission an Stelle des Ueberweisungs- verkehrs: die Wittel der Kreditbanken, welche den verschiedenen Kredit- formen zur Verfügung stehen, werden eingeschränkt, das Zahlungs mittel, das benötigt wird, ist nur in begrenztem Nlaß vorhanden. Würde die Notenbank zur Gewährung aller Nreditarten berechtigt sein, dürfte sie unbegrenzt Noten emittieren und würden diese auch im Ausland Zahlkraft besitzen, so würde an derartigen Terminen die Notenbank ohne Zinsveränderung die Kreditbanken ablösen,- da aber diese drei Voraus setzungen nicht zutreffen, bedeuten Termine starker Währungsgeld zahlung eine Veränderung der bankmäßigen Anlagen. Ze mehr sich die Termine der Währungsgeldzahlungen zeitlich konzentrieren, desto stärker werden die Aenderungen sein müssen. Zn allen Volkswirtschaften ist der Währungsgeldbedarf zu Wochen ende wegen der Lohnzahlungen stärker als im Verlauf der Woche, zu Nkonatende wegen der Verlegung der Zahlungstermine in Produktion und Handel auf diesen Zeitpunkt stärker als im Verlauf des Nkonats,- Zahlungskonventionen haben die Tendenz die Spannung zwischen dem Kassabedarf zum Ultimo im Gegensatz zu den übrigen Nlonats- tagen zu erhöhen. Unter den Nlonaten selbst sind es jene de? herbst, welche den stärksten Zahlungsmittelbedarf aufweisen,- zu den Kreditansprüchen der Industrien, welche das ganze Zahr mit annähernder Gleichmäßigkeit arbeiten, tritt der Bedarf für den Ernteankauf. Da im Gegensatz zur Industrie in der Landwirtschaft Kleinbetriebe, die sich des bankmäßigen Ueberweisungsverkehrs nicht bedienen, eine bedeutsame Nolle spielen, in manchen Ländern im herbst die Löhne des landwirtschaftlichen per-