88 II. Der Geldmarkt. (Indien, Aegypten) hervorruft. Oer Goldbestand ist regulär am stärksten in der Mitte, am schwächsten am Ende der Ouactale. — Auster dem Konto des Metallbestands ist nur jener der öffentlichen Guthaben von den Schwankungen der Jahreszeit abhängig, lvie schon erwähnt, steigen die Guthaben des Staates im ersten Jahresviertel infolge der Steuer zahlung an und senken sich dann in den folgenden Monaten infolge fortdauernder Abhebungen. So erhöhten sich zum Beispiel die publie deposits im Jahre 1913 von 9.8 Millionen £ am 8. Januar auf 28.8 Mil lionen £ am 12. März und senkten sich dann bis auf 5.3 Millionen £ am 15. Oktober. In manchen Jahren mutz die Kinanzverwaltung gerade im letzten Vierteljahr, also in der Zeit der grötzten Ansprüche, Schatzwechsel begeben. — Die privaten Guthaben dagegen schwanken in den einzelnen Jahresmonaten nur wenig, sie bewegten sich zum Bei spiel im Jahre 1913 von Anfang Januar bis Mitte Dezember immer um 40 Millionen £. Im Gegensatz zu den Guthaben der kontinentalen Notenbanken sind die Privatdepositen der Bank von England nicht Giroguthaben — die Bank hat keinen Ueberweisungsverkehr —, son dern Kassenbestand und Kriegsreserve von Banken und grasten öffent lichen Korporationen und die Schwankungen des Kontos zu den ein zelnen Jahreszeiten — vom Jahresabschluß abgesehen — sind gering fügig. — Die Wirkung der Jahreszeit auf die Bank von England zeigt am deutlichsten die Statistik von hirst und Palgrave, welche Durchschnitts zahlen für die Bankreserve, das heistt die Summe der Noten, die die Bank von England noch ausgeben durfte, für die Jahre 1888—1907 enthält. Danach stieg die Bankreserve von 84% der Verbindlichkeiten zu Anfang Januar auf 111 % Lüde März, sank auf 91% in der dritten Aprilwoche, stieg auf 100% zu Anfang, sank auf 97% zu Mitte Mai, stieg bis Anfang Juli auf 110%, sank bis Ende August auf 98%, stieg auf 108% zu Mitte Oktober, sank auf 90% zu Ende November, stieg auf 95% zu Mitte und sank auf 84% zu Ende Dezember. Die Bedeutung der Jahreszeit für den ameri kanischen Geldmarkt. Die vereinigten Staaten hatten bisher nicht einen, sondern fünf Geldmärkte: New Port, Lhicago, New Orleans, St. Louis, San Fran- cisco. In New Port ist infolge der Kuponzahlungen im Januar und Anfang Februar Geld billig, zumal nach den Feiertagen geringes Ladengeschäft herrscht und der Verkehr auf den lvasserstratzen unter-