378* Verein für chemische Industrie in Mainz. in die Kasse. Außerdem können sich Mitglieder mit 3600 M. bis 6000 M. Gehalt gegen Ein zahlung von 3 % des 3600 M. übersteigenden Gehaltsanteils höhere Pensionen bis zu 3300 M. sichern. Die Firma zahlt in diesem Fall den gleichen Zuschuß wie das Mitglied. Witwen haben Anspruch auf die Hälfte, jedes Kind bis zum 18. Lebensjahr auf 5% der Pension des Vaters. Die Beiträge zur staatlichen Angestelltenversicherung trägt die Firma allein, dafür werden die Zahlungen, welche kraft des Versicherungsgesetzes geleistet werden, auf die Pensionen angerechnet. Die Beamtenkasse der Firma besitzt bei einem Mitgliederbestand von etwa 70 Köpfen ein eigenes Vermögen von rund 300 000 M., welches aus Ersparnissen, hauptsächlich aber aus Extrazuschüssen der Firma gebildet wurde. Trotzdem die Einzahlungen in die Kasse im gesamten höchstens 4 % ■— etwa 2 % von seiten der Angestellten, 2 % von seiten der Firma — betragen, sind die Leistungen sehr erheblich höher, wie diejenigen der staat lichen Angestelltenversicherung, welche ungefähr 8 % erhebt. Bisher haben die Einnahmen noch immer die Ausgaben überstiegen; es ist aber wohl möglich, daß dies Verhältnis in den nächsten Jahren, solange die staatliche Versicherung noch nichts leistet, bedeutend un günstiger wird. Die Firma hat für diesen Fall die Deckung eines etwaigen Defizits gewähr leistet, sofern mehr wie 5 % Dividende zur Ausschüttung gelangen. Daß die Kassen tatsächlich arbeiten, beweisen folgende Zahlen. Aus der Arbeiterpensionskasse (Arbeiterstand 1100) wurden an 150 und aus der Be amtenpensionskasse (Beamtenzahl 74) an 11 Mitglieder Pensionen ausbezahlt. Die Firma gibt alljährlich ihren Beamten und Arbeitern, nach Dienstalter und Kinder zahl berechnet, ein Weihnachtsgeschenk im Gesamtbeträge von etwa 70 000 M. Die Natur des Betriebes bringt es mit sich, daß die Firma ihre Werke nicht an einer Stelle zusammenfassen kann, sondern eine ganze Anzahl Fabriken betreiben muß, die weit von einander entfernt liegen. Gegenwärtig sind es in Deutschland n Einzelbetriebe. Die Pensionskassen für Beamte, Gehilfen und Arbeiter sind gemeinsame Kassen für alle Fa briken, dagegen sind die Kassen für Krankenversicherung und die Hilfskassen für jede Fabrik getrennt; hierdurch wird bei den Arbeitern ein persönliches Interesse für die Sache erweckt, und es ist möglich den besonderen ärztlichen Anforderungen Rechnung zu tragen. ARBEITERWOHNUNGEN UND SCHLAFRÄUME. Die Bedürfnisse in Bezug auf Wohnungen für Arbeiter sind bei den einzelnen Fabriken ganz verschieden. Auf den in ländlichen Bezirken belegenen Fabriken sind die Arbeiter meist Besitzer von eigenen Häus chen. Für die weitab Wohnenden sind Schlafräume in einzelnen Werken vorhanden, in denen sie bei schlechtem Wetter nächtigen können. Auf einer Fabrik (Laufach, Bayern) sind außerdem sieben Familien in Häusern unter gebracht, welche der Firma gehören. Arbeiter, die bereits längere Zeit im Geschäft tätig sind, erhalten dort die Wohnung unentgeltlich oder zahlen sehr geringe Mieten. Wo ein Bedürfnis dafür vorhanden ist, bekommen Arbeiter, welche sich ein eigenes Haus erbauen wollen, Vorschüsse zu geringem Zinsfuß. In Mainz-Mombach, wo mehr städtische Verhältnisse obwalten, sind Arbeiterhäuser für 50 Familien erbaut. Jede Wohnung hat 2—3 Zimmer und Zubehör und einen kleinen Garten. Die Miete beträgt 9 M. bis 15 M. monatlich, was einer 4prozentigen Verzinsung der Baukosten, ohne Anrechnung des Bodenwertes, entspricht. Von den rund 70 Beamten der Firma haben die 44, welche auf den Fabriken wohnen müssen, freie Wohnung. KLEINKINDERBEWAHRANSTALT. In Laufach (Bayern) hat die Firma 1892 auf Anregung des Herrn Pfarrer Gerstenberger die Anlage einer Kleinkinderbewahranstalt ermöglicht, welche für die Kinder der Fabrikarbeiter und auch sonstiger Mitglieder der Gemeinde sehr segensreich wirkt.