Günther Wagner, Hannover und Wien. 407* riger Dienstzeit alljährlich bei voller Lohnzahlung ein Urlaub von acht Tagen zu. — Hoher Wert ist auf ästhetische Maßnahmen gelegt. Das freundliche Grün des Fabrikhofes und der Umgebung, die schönen, stilechten Formen der Gebäude, der Schmuck der Wände und die geschmackvolle Ausstattung der Räume sollen die Freude an der Arbeit heben und den Sinn für das Schöne, auch im Interesse der eigenen Häuslichkeit, fördern. — Die Fenster sind mit Blumen geschmückt, deren Pflege während der Arbeitszeit gestattet ist. Die Blumen werden den Arbeiterinnen zur Verfügung gestellt und die bestgepflegten von der Firma prämiiert. — Der geistigen Förderung dient eine Bibliothek. Für belehrende Vor träge steht ein großer Lichtbildapparat mit Kinematograph zur Verfügung. Damit die Firma in Fühlung mit ihren Arbeitern bleibe, hat sie schon vor Einführung der gesetzlichen Arbeiterausschüsse die Bildung eines aus der Mitte der Arbeiterschaft gewählten Ausschusses veranlaßt, der mit der Leitung über die Angelegenheiten der Arbeiter und Arbeiterinnen berät. — Ein seit 10 Jahren bestehendes Sozialsekretariat erteilt den Arbeiterinnen Rat in sozialen, Gesundheits- und Rechtsfragen, vermittelt zwischen ihnen und dem Arzte oder der Leitung und macht Vorschläge zum Wohle der Arbeiterschaft. Die Vorsteherin besucht kranke Arbeiterinnen und Wöchnerinnen, nimmt sich der Kinder an usw. Gelegentliche Kurse für Säuglingspflege u. dgl. tragen weiter zur Förderung der Wohlfahrt bei. — Durch die Bereiterklärung, Gerichtsassessoren informatorisch zu beschäf tigen, ist es der Firma möglich geworden, eine Rechtsauskunftsstelle für Arbeiter und Beamte zu errichten. — Für die Beamten besteht seit 1910 eine Pensions-Witwen- und Waisenkasse. Den Grundstein legte der jetzige Inhaber der Firma im Jahre 1906 durch die oben erwähnte Stiftung von 100000 M. Diese Stiftung ermöglichte es, die Mitgliedschaft älterer Beamten bis zu ihrem vor Gründung der Kasse erfolgten Dienstantritt zurück zudatieren. Die Firma leistet einen Zuschuß von 8 % der von ihr gezahlten pensionsfähigen Jahresgehälter. Ferner besteht eine Sterbekasse, die, von der Firma angeregt, in den Händen der Beamten liegt. Die aufgeführten ästhetischen und hygienischen Maßnahmen kommen auch den Be amten zugute. Auch sie sind an den Sonnabendnachmittagen frei und haben jährlich auf Urlaub Anspruch. Eine Bibliothek, verschiedene Lesezirkel, Vorträge und Ausbildungs kurse sowie gelegentliche Preisausschreiben über kaufmännische und organisatorische Fragen regen zur Fortbildung an. Durch eine prozen tuale Beteiligung am Ge schäftsgewinn wird die Arbeitsfreude und die Anteilnahme der Beam ten an der Entwicklung des Geschäftes erhöht. Badezellen, Sozialsekretariat, Kantine.