12 Die Wirtschaftliche Entwicklung der Industrie im Gsten. verweise speziell auf die Untersuchung von Meine und von Rosenberg-Lipinski, die am 20. Oktober 1905 in Posen dem verband Ostdeutscher Industrieller vorgetragen sind. Meine resümiert seine Anschauung dahin, daß die Erschließung abbau würdiger Braunkohlenlager in absehbarer Zeit zunehmen werde, er betont aber, daß die Bohrung eine ganz unsichere Sache sei und daß jedenfalls bisher nichts irgendwie Wesentliches erreicht sei. Er hebt ferner hervor, daß diese Braunkohle durchaus kein Surrogat für die Verwendung von Steinkohlen in den Fabriken sein könne. Bergrat von Rosenberg-Lipinski hebt speziell her vor, daß die Hoffnung, in der Provinz Posen Steinkohlen zu finden, nach dem bisherigen Befund so gut wie aussichtslos sei und daß also von nutzbaren brennbaren Mineralien das wich tigste die Braunkohle sei. Diese komme aber in zu wenig mächtigen Flözen vor und sei daher wenig abbauwürdig. Außer dem komme nur Tiefbau in Frage, nicht Tagebau und es sei daher von vornherein für jede Inaugurierung von Braunkohlen bergbau die Verwendung bedeutender Rapitalmengen erforder lich. In Posen handle es sich um relativ schwache, aber breite Lager von Braunkohlen, deren Oualität als gut zu bezeichnen sei, besonders wegen ihres Gasgehalts. Der Abbau dieser Bohle biete aber enorme Schwierigkeiten wegen der großen Bedenken, die die Wasserführung der zu durchbrechenden Gesteine mit sich bringe. Er kommt infolgedessen zu dem Resultat, daß die Aus dehnung des Braunkohlenbergbaues im Osten technisch zweifel los möglich, aber auf alle Fälle teuer sei. Festzustellen sei, daß bisher nichts erreicht sei. Mit Recht weist er nur auf eine Möglichkeit hin, den Braunkohlenbergbau dennoch rentabel für Industrialisierungszwecke zu gestalten, sie liegt darin, daß auch die Produktion von Steinkohlen in Deutschland immer teurer werde, wegen des Zwanges, in größere Tiefen zu gehen, um