20 Die wirtschaftliche Entwicklung der Industrie im Osten. mit dem Westen ermöglichen. (Es bedarf also unbedingt des Ausbaues des Mittelgliedes Magdeburg-Hannover und der Ver tiefung der vorhandenen östlichen Wasserwege in Annäherung an die westdeutschen llanaltiefenverhältnisse der staatlichen Wasserstraßen. (Es bedarf also unbedingt einer (Eisenbahntarifpolitik und einer Wasserstraßenpolitik, die den Osten mit dem Westen verbindet, um den Osten im Westen konkurrenzfähig zu machen und dem Osten die Rohmaterialien zuzuführen, ohne die eine Industriali sierung des Ostens auf die Dauer immer ausgeschlossen bleiben wird. Ls giebt also nichts Törichteres, als den Widerstand gegen eine derartige Entwickelung der Eisenbahn- und Wasser straßenpolitik, wenn man die Industrialisierung des Ostens will. Ganz anders liegt die Frage natürlich, wenn man von vorn herein dem Gedanken derartiger Industrialisierung grundsätzlich ablehnend gegenübersteht oder dem Westen grundsätzlich diese durch staatliche Tätigkeit erst zu schaffende Konkurrenz des Ostens ersparen will. Aber selbst, auch wenn diese Fragen zugunsten des Planes einer Industrialisierung des Ostens gelöst sein werden, wird immer noch die Frage der Kreditverhältnisse entscheidend für die Möglichkeit der Durchführung des Problems in Frage kommen. Neben den natürlichen Verhältnissen, wie sie sich aus der Lage des Ostens zum übrigen Deutschland und seinen natürlichen Absatzgebieten ergeben, ist von entscheidender Be deutung die Frage, ob für eine Industrialisierung Kapital zur Verfügung steht oder nicht, und besonders, ob vorhandenes Privatkapital für diesen Zweck zur Verfügung gestellt werden kann. Nun ist es notorisch, daß Privatkapital selbst in den Formen der Aktiengesellschaft und der G. m. b. h. relativ schwer für den Osten aufzutreiben ist. Die Gründe liegen nicht allein in einem mehr oder minder berechtigten Mißtrauen gegen die