Das Landschaftsbild der Alpen wirkt vor allein durch die eindrucksvolle Größe und den Reichtum der Formen. Es wird überdies in hohem Maße belebt durch die reizvolle Abstufung des Pflanzcnkleides mit zunehmender Höhe. Die Wiesen und Felder der Talsohle weichen dem steilen Bergwald, der an den untern Halden als Laubholz auftritt, in den höheren Regionen dagegen aus Nadelbäumen besteht; oberhalb der Waldgrenze betritt man das Gebiet der Alpweiden; ihre letzten Ausläufer verlieren sich nach oben in den Trümmerhalden und an der Grenze des ewigen Schnees. Im Gegensatz der weißleuchtenden Schneefelder zu den hellgrünen Alp- weiden und den dunklen Bergwäldern beruht zum guten Teil das Anziehende der Alpenlandschaft. Nach der Pflanzendecke unterscheidet man gewöhnlich folgende Höhenzonen: 1. Die Hügel- oder Kulturregion, wo die Wärme zum Anbau der Weinrebe und der Obst- bäume genügt; die obere Grenze des Weinstockes schließt die Region nach der Höhe hin ab, in den nördlichen Alpen bei 600 w, im Tessin und Wallis bei 700 und 800 m. 2. Die Region des Laubwaldes oder die Bergregion; sie geht bis zur obern Grenze der Buche, im Tessin bis 1500 in, in den übrigen Teilen der Alpen bis 1200 oder 1300 m. 3. Die Region des Nadelwaldes, der bis zur Waldgrenze hinauf die höhern Abhänge ver kleidet. ^Die Lage der Waldgrenze ist nicht überall die selbe. Sie rückt hinauf, wo nicht nur vereinzelte Gipfel, sondern eine ausgedehnte Gebirgsmasse samt ihren Tälern zu bedeutender Höhe ansteigt. Solche Massenerhebungen wirken als große Heizflächen, die an die Lust mehr Wärme abzugeben vermögen als einzelstehende Gipfel von gleicher Höhe. Die Bündner und Walliser Alpen sind die größten Massenerhebnngen. Die folgenden Zahlen zeigen, wie die Höhe der Waldgrenze von der Pflanzenkleid- der Alpen. Hügelregion.. Laubwald- region. Nadelwald-- region.